Kinderfotos in der digitalen Welt

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Alles ändert sich – auch das Fotografieren

Schon als Kind liebte ich das Fotografieren. Als ich Mutter wurde, konnte ich nicht genug Kinderfotos machen. Es gab allerdings ein paar Haken, von denen die digitale Welt nichts mehr ahnt. Heute knipsen wir digital – so oft wir wollen. So schnell die Kamera es schafft. Wir drucken Urlaubs- und Kinderfotos in Sekundenschnelle am heimischen Drucker aus. Das gute alte Fotoalbum wurde durch das Fotobuch ersetzt. An Fotogeschenke hätte seinerzeit niemand gedacht. Die neue Art der Fotografie ist wie eine andere Welt.

Fotografieren früher

In 2005 legte ich mir meine erste Digitalkamera zu. Davor nahm ich Kinderfotos so auf:

Zuerst musste ein Farbfilm für die Kamera besorgt und eingelegt werden. Filme für 24 Aufnahmen. Die aufgenommenen Bilder konnten nicht direkt angeschaut werden, sondern erst musste der Farbfilm zum Entwickeln gebracht werden. Im Fotofachgeschäft bekam man einen kleinen Belegbon, mit dem später die entwickelten Fotografien abgeholt werden konnten.

Die Kosten waren hoch. Ein guter Farbfilm kostete ein paar DM; für das Entwickeln im Fotolabor wurden weitere 20 DM (oder mehr fällig). Reisebilder und Kinderfotos wurden in einer zugeklebten Fototasche übergeben. Zuhause angekommen, ließ sich der erste Blick auf die Bilder werfen. Spannend und oft enttäuschend. Denn: Ob die Fotografien gelungen waren, zeigte sich erst, wenn die Fototasche geöffnet und die Fotografien angeschaut wurden.

Die Klassiker der fotographischen Pannen

Bei der “alten” Fotographie gab es viele mögliche Fehlerquellen und fotographische Panne hinzunehmen. Leider zeigten sich diese Fehler und Pannen erst, wenn der Film bereits entwickelt wurde.

Absolut klassische Fauxpas bei der alten Fotografie:

  • Film nicht richtig in die Kamera eingelegt
  • Motiv nicht gut getroffen
  • Fingerkuppe vor der Linse
  • Kind dreht genau im Moment des Auslösens den Kopf weg
  • Baby schaut in den Blitz und auf den Kinderfotos leuchten rote Augen entgegen
  • Alle Fotos sind unterbelichtet oder überbelichtet
  • Viele Bilder sind unscharf


Für mich als Mutter war es jedes Mal eine Zitterpartie, ob meine Kinderfotos gut geworden sind. Gerade im Babyalter verändert sich das Gesicht des Kindes täglich. All die einzigartigen Momente, die wir Mütter in Kinderfotos festhalten wollen. Das erste Lächeln. Das erste Zähnchen. Die ersten Schritte.

Für das erste Foto gab es keine zweite Gelegenheit!

Unglücklich war ich, wenn ein Großteil der Fotografien nicht gut gelangen. Glücklich war ich, wenn viele Bilder in guter Qualität in der Fototasche lagen. Sie sind heute noch mein ganzer Stolz, ich hüte sie kistenweise und es waren wundervolle Abende, die ich mit den Kinderfotos verbrachte. Waren die Kinder im Bett, konnte ich stundenlang damit verbringen, die Fotos zu sortieren, sie in ein Fotoalbum zu kleben und dieses schön zu gestalten. Fotoalben waren in allen Familien DER ganze Stolz. Urlaube wurden darin fotografisch festgehalten. Das Aufwachsen der Kinder wurde in Alben dokumentiert. Neben den Kinderfotos wurde notiert, wann das erste Zähnchen kam. Sogar die erste Locke wurde neben den Fotos ins Fotoalbum geklebt.

Digitale Welt revolutioniert die Fotografie

Seit 2005 ist das Geschichte. Mit dem Eintritt in die digitale Welt wurde die Kamera digital. Sie erlaubt es, unzählige Fotos zu schießen. Die Kosten – fast Null. Der Farbfilm wich der Speicherkarte, deren Dateien nach Belieben gelöscht, auf den PC oder sogar direkt an den Drucker geschickt werden können. Heute bringt man keine Filme mehr zum Entwickeln, sondern lässt Fotos, Fotobücher oder anderes einfach ausdrucken.

Auf dem Display der digitalen Kamera können die frisch fotografierten Bilder sofort angeschaut werden. Motiv nicht gut getroffen? Egal! Einfach schnell ein neues Kinderfoto schießen. Heute gelingt es viel leichter, die schönen Momente in Bildern einzufangen. Die digitale Welt kostet fast nichts und birgt keine unumgänglichen Fehlerquellen.

Kinderfotos sollten unvergänglich sein
Kinderfotos sollten unvergänglich sein

Vom nostalgischen Fotoalbum zum modernen Fotobuch

Ich liebte meine Fotoalben sehr. Die neuen Fotobücher zum Gestalten online fand ich doof. Am Anfang. Inzwischen hat sich meine Meinung geändert. Die Jahre taten keinem Fotoalbum gut. Nach 20 Jahren sind die ersten Alben vergilbt. Obwohl ich sie luftdicht, dunkel und kühl aufbewahrte. Viele Kinderfotos sind verblasst, viele Negative nicht mehr vorhanden. Vorhandene Fotonegative können digitalisiert werden.

Eigentlich wollte ich jedem Kind ein Fotoalbum schenken, wenn es groß wird. Von all der Liebe, die ich in die Alben steckte, sind nur noch unansehnliche Relikte übriggeblieben.Vergilbte Seiten, verblasste Kindheitserinnerungen. Schade. Die Momente im Kreissaal, der erste Zahn, der erste Schritt. Sie sind vergänglich. Nicht in meiner Erinnerung, aber auf dem Fotopapier.

Die digitale Welt brachte uns die Möglichkeit, Bilder selbst zu drucken, Fotogeschenke zu entwerfen oder tolle Fotobücher zu gestalten. Ja, auch diese sind vergänglich.

Digitale Daten mehrfach speichern

Ich bin mir sicher, dass unsere digitalen Daten langlebiger sein werden, als die auf Papier gedruckten Kinderfotos von damals. Allerdings müssen wir lernen, die digitale Welt zu richtig zu nutzen. Dazu gehört das sichere Speichern digitaler Daten. Speichermedien wie SD-Card, externe Festplatte und Computer können kaputt gehen. Digitale Geräte und Speichermedien können bei einem Einbruch geklaut oder bei einem Brand zerstört werden.

In diesem Sinne: Denken Sie daran, Ihre Kinderfotos, Urlaubsbilder und alle Fotografien richtig und mehrfach zu speichern, eine Festplatte mit Sicherheitskopien zu hinterlegen. Außerhalb Ihres Zuhauses – bei einer Person Ihres Vertrauens.

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