Sind wir Frauen Herdentiere?

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Immer den neuesten Trends hinterher?

Oft denke ich, das ich anders bin. Anders als die meisten Frauen. Von der perfekten Hausfrau bin ich einiges entfernt. Am deutlichsten zeigt sich mein “Anderssein” darin, dass ich (fast) immun gegen Shoppingmalls, Schuhe und Handtaschen bin. Aber nur fast. Ab und zu lasse ich mich anstecken. Von all den Dingen, die man(n) uns nachsagt. Sind wir Frauen Herdentiere, die neuen Trends hinterherlaufen, weil es alle tun?

Manchmal lege ich dieses Herdentiere-Verhaltensmuster an den Tag. Dann stöbere ich in Schuhshops, schaue mir eine schicke Tasche nach der nächsten an, packe gefühlte 3 Millionen Schuhpaare und Taschen in den Warenkorb und nehme mir fest vor, nur eins oder zwei der Stücke zu bestellen. Eigentlich brauche ich weder das eine, noch das andere. Trotzdem ist dieses Gefühl in mir, dass ich doch mehr brauche. Schließlich hat jede Frau ganz viel Schuhwerk und eine große Handtaschensammlung. Weil das typisch weiblich ist.

Menschen sind Herdentiere
Menschen sind Herdentiere

Bin ich eins der weiblichen Herdentiere?

Frauen interessieren sich für neue Trends. Dies zeigt sich, wenn Markenhersteller neue Produkte auf den Markt bringen oder eine Fashionweek stattfindet. Die sozialen Netzwerke werden überhäuft mit Informationen, denen man sich kaum entziehen kann. Frauenzeitschriften und Hochglanzmagazine hypen Trends und kurbeln den Konsum an. Frauen scheinen davon magisch angezogen zu werden. Die Herde setzt sich in Bewegung und ein Großteil der Frauenwelt kann es kaum abwarten, bis die neue Limitierte Edition oder der neuste Modelook endlich erhältlich ist. Längst schon ist zum Trend geworden, dass Frauen sich die neuste Errungenschaften über Facebook und Blogs präsentieren und cool ist die Frau, die zuerst eins der heiß begehrten Schätzchen via Social Media darbietet.

Ob ich mich selbst darin wieder entdecke? Ja, ganz eindeutig. Nicht immer. Aber manchmal. Lange hatte ich die Box of Beauty im Abo. Der Ankunft dieser Abo-Beautybox habe ich sehnsüchtig entgegengefiebert. Kaum ausgepackt, landete das erste Foto ruckzuck auf Facebook und ich war für einen kurzen Moment fast schon eine Heldin. Für einen Moment die Rudelanführerin aller gleichgesinnten Herdentiere. Angeben macht doch ein wenig Spaß 😉

Setzen Trends uns unter Druck?

Ich frage mich, warum wir Frauen uns gelegentlich wie Herdentiere verhalten und tun, was andere tun. Ist es mangelndes Selbstbewusstsein? Fishing for Compliments? Selbstbestätigung? Ganz ehrlich – ich weiß es nicht. Komplimente mag ich nicht, an Selbstbewusstsein mangelt es mir nicht und Selbstbestätigung brauche ich nicht, denn mein Lebensweg spricht Bände. Vom Virus “Herdentiere” sind viele Frauen befallen. Karrierefrauen, Hausfrauen, Mütter, Singlefrauen, junge und ältere. Ist es Druck, der uns leitet? Das Gefühl, nicht dazu zugehören, wenn wir Trends widerstehen? Wenn wir uns nicht wie Herdentiere verhalten? Es scheint kein Muster zu geben, welche Frau eins der Herdentiere wird und urplötzlich Trends jagt, Schuhe und Handtaschen sammelt oder der neuesten Limited Edition entgegenfiebert.

Herdentiere sind menschlich

Bei näherem Überlegen glaube ich, dass es kein Frauending ist, als Herdentier sich mit der Masse zu bewegen. Bei Männern ist es nicht anders. Oftmals ist das Folgen eines Mainstreams ein Leitfaden im Leben. Wir tun, was andere Menschen tun. Das war schon immer so und wird vermutlich auch immer so bleiben. Menschen schauen bei anderen, übernehmen Verhaltensmuster. Es ist das Grundprinzip von Entwicklung und die Basis von Lernprozessen. Abschauen, nachmachen. So, wie die Tiere in einer Herde, die im Verband flüchten, wandern und auf Ereignisse reagieren.

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