Wann fängt man an…

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… den Kindern von früher zu erzählen?

Früher war es alles besser” – so ein abgedroschen klingender Spruch. Doch an Wahrheit mangelt ihm nicht. Es war so. Früher war es besser. Früher war es anders. Doch wann fängt dieses sagenumwobene “Früher” eigentlich an? Wann fangen wir an, unseren Kindern von diesem “Früher” zu erzählen? Ehrlich – ich weiß es nicht. Doch ich erzähle auch von diesem “Früher”. Mein “Früher” beginnt irgendwie zwischen Depeche Mode und Jennifer Rush. The Power of Love, das Lied, das zu meiner Bestimmung wurde. Die große, die einzige Liebe. Ein Lied, das mir beim ersten Ton Gänsehaut bereitet. Ein Lied, dessen erster Ton mich aus dem Hier und Jetzt herausnimmt und mich in eine ganz bestimmte Zeit versetzt. Eine Zeit, die kennzeichnend für meine Generation steht. Die 1980er Jahre. Die unbeschwerteste und schönste Zeit meines Lebens.

Eigentlich sollte dies meine Zeit als Mutter sein. Die schönste Zeit meines Lebens. Die Zeit mit meinen Kindern. Doch das ist sie nicht. Nicht wegen der Kinder, sondern wegen der Lebensumstände. Die Welt hat sich verändert. Nicht zum Guten. Kranke Paragraphen. Perverse Gesetze. Politiker, die sich an Kindern vergehen und sowieso am Volke. Ich fühle mich falsch auf dem Planeten Erde. Ich empfinde es unverantwortlich, Kinder auf den Planeten Erde gesetzt zu haben. Nicht um die Kinder, sondern wegen der gestörten Entwicklung auf diesem Planeten. Wo Recht in Unrecht und Unrecht in Recht verkehrt wird. Ein Planet, auf dem es gut ist, Gurken per Gesetz zum geraden Wuchs zu zwingen, aber auch ein Planet, auf dem ein Konzern wie Monsanto sich ein Patent auf Brokkoli setzen kann. Sollte mich das eigentlich wundern, wo es möglich ist, dass ein Pädophiler im EU-Parlament sitzt?

Ich erzähle von früher … um meine Kinder zu bewahren

Als ich mich ganz bewusst dafür entschied, Kindern das Leben zu schenken, war die Zeit eine andere. Es gab schon immer Generationen, die in ihrem “Früher” lebten und dazu neigten, alles zu idealisieren. Die Vergangenheit schöner in Erinnerung hatten, als sie es wirklich war. Die Zeit der eigenen Jugend zu idealisieren, obwohl sie längst nicht so schön war, wie es die Erinnerung einem Glauben machte. Ja, es mag sein. Vielleicht idealisiere auch ich. Michael Jackson starb an Propofol und Mooshammer starb vermutlich durch die Hand eines Strichers. Doch es gab sie; die Helden unserer Zeit. Helden, die ihre Ideale lebten. Nicht korrupt. Nicht politisch gesteuert. Aber auch nicht politisch korrekt. Frei von vorgegebener Meinung; frei von falschen, weltfremden Idealen.

Ich habe angefangen, meinen Kindern von diesem “Früher” zu erzählen. Der Zeitpunkt war fließend. Das Leben in der Gegenwart und das Versinken in diesem “Früher”. Doch wann ist das passiert? Dieser Übergang von heute zu damals? War es der frühe Tod meines Mannes? Oder war es das allmähliche Erwachen? Die sich einschleichende Erkenntnis, dass irgendetwas auf diesem Planeten falsch läuft? Ist es eine Frage der Generationen? Eine Erkenntnis des Alters? Der zunehmenden Reife? Kommt mit dem fortschreitenden Alter ein Wissen? Ein Wissen über all das, was Lüge und Wahrheit ist? Die absolute Wahrheit? Fernab von all den Wahrheiten und Lügen, die man uns Glauben schenken möchte? Gut möglich. Denn ich bin und war nie ein gläubiger Mensch. Schon immer hinterfragte ich kritisch. Wollte mir ein eigenes Urteil bilden. Weit entfernt von ferngesteuert.

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