Kinderfotos in der digitalen Welt

Alles ändert sich – auch das Fotografieren. Schon als Kind liebte ich das Fotografieren. Als ich Mutter wurde, konnte ich nicht genug Kinderfotos machen. Es gab allerdings ein paar Haken, von denen die digitale Welt nichts mehr ahnt. Heute knipsen wir digital – so oft wir wollen. So schnell die Kamera es schafft. Wir drucken Urlaubs- und Kinderfotos in Sekundenschnelle am heimischen Drucker aus. Das gute alte Fotoalbum wurde durch das Fotobuch ersetzt. An Fotogeschenke hätte seinerzeit niemand gedacht. Die neue Art der Fotografie ist wie eine andere Welt.

Fotografieren früher: Teuer und umständlich

In 2005 legte ich mir meine erste Digitalkamera zu. Davor nahm ich Kinderfotos so auf: zuerst musste ein Farbfilm für die Kamera besorgt und eingelegt werden. Filme für 24 Aufnahmen. Die aufgenommenen Bilder konnten nicht direkt angeschaut werden, sondern erst musste der Farbfilm zum Entwickeln gebracht werden. Im Fotofachgeschäft bekam man einen kleinen Belegbon, mit dem später die entwickelten Fotografien abgeholt werden konnten.

Die Kosten waren hoch. Ein guter Farbfilm kostete ein paar DM; für das Entwickeln im Fotolabor wurden weitere 20 DM (oder mehr fällig). Reisebilder und Kinderfotos wurden in einer zugeklebten Fototasche übergeben. Zuhause angekommen, ließ sich der erste Blick auf die Bilder werfen. Spannend und oft enttäuschend. Denn: Ob die Fotografien gelungen waren, zeigte sich erst, wenn die Fototasche geöffnet und die Fotografien angeschaut wurden.

Die Klassiker der fotographischen Pannen

Bei der “alten” Fotographie gab es viele mögliche Fehlerquellen und fotographische Pannehinzunehmen. Leider zeigten sich diese Fehler und Pannen erst, wenn der Film bereits entwickelt wurde.

Absolut klassische Fauxpas bei der alten Fotografie:

  • Film nicht richtig in die Kamera eingelegt
  • Motiv nicht gut getroffen
  • Fingerkuppe vor der Linse
  • Kind dreht genau im Moment des Auslösens den Kopf weg
  • Baby schaut in den Blitz und auf den Kinderfotos leuchten rote Augen entgegen
  • Alle Fotos sind unterbelichtet oder überbelichtet
  • Viele Bilder sind unscharf

Für mich als Mutter war es jedes Mal eine Zitterpartie, ob meine Kinderfotos gut geworden sind. Gerade im Babyalter verändert sich das Gesicht des Kindes täglich. All die einzigartigen Momente, die wir Mütter in Kinderfotos festhalten wollen. Das erste Lächeln. Das erste Zähnchen. Die ersten Schritte.

Für das erste Foto gab es keine zweite Gelegenheit!

Unglücklich war ich, wenn ein Großteil der Fotografien nicht gut gelangen. Glücklich war ich, wenn viele Bilder in guter Qualität in der Fototasche lagen. Sie sind heute noch mein ganzer Stolz, ich hüte sie kistenweise und es waren wundervolle Abende, die ich mit den Kinderfotos verbrachte.

Waren die Kinder im Bett, konnte ich stundenlang damit verbringen, die Fotos zu sortieren, sie in ein Fotoalbum zu kleben und dieses schön zu gestalten. Fotoalben waren in allen Familien DER ganze Stolz. Urlaube wurden darin fotografisch festgehalten. Das Aufwachsen der Kinder wurde in Alben dokumentiert. Neben den Kinderfotos wurde notiert, wann das erste Zähnchen kam. Sogar die erste Locke wurde neben den Fotos ins Fotoalbum geklebt.

Digitale Welt revolutioniert die Fotografie

Seit 2005 ist das Geschichte. Mit dem Eintritt in die digitale Welt wurde die Kamera digital. Sie erlaubt es, unzählige Fotos zu schießen. Die Kosten – fast Null. Der Farbfilm wich der Speicherkarte, deren Dateien nach Belieben gelöscht, auf den PC oder sogar direkt an den Drucker geschickt werden können. Heute bringt man keine Filme mehr zum Entwickeln, sondern lässt Fotos, Fotobücher oder anderes einfach ausdrucken.

Auf dem Display der digitalen Kamera können die frisch fotografierten Bilder sofort angeschaut werden. Motiv nicht gut getroffen? Egal! Einfach schnell ein neues Kinderfoto schießen. Heute gelingt es viel leichter, die schönen Momente in Bildern einzufangen. Die digitale Welt kostet fast nichts und birgt keine unumgänglichen Fehlerquellen.

Vom nostalgischen Fotoalbum zum modernen Fotobuch

Ich liebte meine Fotoalben sehr. Die neuen Fotobücher zum Gestalten online fand ich doof. Am Anfang. Inzwischen hat sich meine Meinung geändert. Die Jahre taten keinem Fotoalbum gut. Nach 20 Jahren sind die ersten Alben vergilbt. Obwohl ich sie luftdicht, dunkel und kühl aufbewahrte. Viele Kinderfotos sind verblasst, viele Negative nicht mehr vorhanden. Vorhandene Fotonegative können digitalisiert werden.

Eigentlich wollte ich jedem Kind ein Fotoalbum schenken, wenn es groß wird. Von all der Liebe, die ich in die Alben steckte, sind nur noch unansehnliche Relikte übriggeblieben.Vergilbte Seiten, verblasste Kindheitserinnerungen. Schade. Die Momente im Kreissaal, der erste Zahn, der erste Schritt. Sie sind vergänglich. Nicht in meiner Erinnerung, aber auf dem Fotopapier.

Die digitale Welt brachte uns die Möglichkeit, Bilder selbst zu drucken, Fotogeschenke zu entwerfen oder tolle Fotobücher zu gestalten. Ja, auch diese sind vergänglich.

Digitale Daten mehrfach speichern

Ich bin mir sicher, dass unsere digitalen Daten langlebiger sein werden, als die auf Papier gedruckten Kinderfotos von damals. Allerdings müssen wir lernen, die digitale Welt zu richtig zu nutzen. Dazu gehört das sichere Speichern digitaler Daten. Speichermedien wie SD-Card, externe Festplatte und Computer können kaputt gehen. Digitale Geräte und Speichermedien können bei einem Einbruch geklaut oder bei einem Brand zerstört werden.

In diesem Sinne: Denken Sie daran, Ihre Kinderfotos, Urlaubsbilder und alle Fotografien richtig und mehrfach zu speichern, eine Festplatte mit Sicherheitskopien zu hinterlegen. Außerhalb Ihres Zuhauses – bei einer Person Ihres Vertrauens.

Leben auf dem Land

Raus aus der großen Stadt. Das war mein Motto. Aus dem Ruhrpott sind wir ausgewandert und haben uns für ein Leben auf dem Land entschieden. Frankreich war unser Zielland. Ein kleines Örtchen mit etwa 260 Einwohnern, keiner Infrastruktur und dem gewünschten Dorfidyll. Unser Leben hat sich von Grundauf geändert:

  • Knapp 600.000 Stadtbewohner einer Pott-Metropole haben wir hinter uns gelassen.
  • Von großen Supermärkten, Baumärkten und zentraler Lage haben wir uns verabschiedet.
  • Aus einer großen Stadtwohnung mit ätzenden Obermietern sind wir in ein großes Haus mit noch größerem Grundstück gezogen

Obwohl wir Stadtmenschen sind, haben wir uns vor der Auswanderung auf´s Leben auf dem Land sehr gefreut.

Als Stadtmensch auf dem Land?

Meine Kinder sind in der Stadt aufgewachsen und ich mag das urbane Treiben. Allerdings kenne ich aus meiner Kindheit das Leben auf dem Land und habe den Kindern viel darüber erzählt. Der Gedanke, nicht nur Deutschland zu verlassen, sondern auch der Stadt den Rücken zu kehren, wuchs heran. Es war nicht schwer, den Schritt zu wagen.

Oft werde ich gefragt, ob das so einfach geht. Ein Stadtmensch ist doch für das Leben auf dem Land gar nicht geeignet. Ja, es ist eine Umstellung. Viele Dinge laufen in ländlichen Regionen anders und man muss sich arrangieren.

Uns war es wichtig, einen großen Garten zu haben, in dem wir Hühner halten, Obst, Gemüse und Salat anpflanzen können. Unser Problem: Von all dem habe ich als Stadtmensch kaum Ahnung. Doch es gibt nichts, das man nicht lernen könnte.

Richtig leben auf dem Land – ein langer Weg

Uns ging es nicht darum, einfach nur ein Landhaus zu beziehen, einen Englischen Rasen im Garten zu haben, sondern wir wollen uns teilweise selbst versorgen, weil Eier aus dem Supermarkt nicht schmecken und selbst Obst und Gemüse kaum noch in guter Qualität gekauft werden können. Das Gärtnern und Bewirtschaften ist also ein wichtiger Teil unserer Vorstellung von einem Leben auf dem Land.

Vier Gärten haben wir, die uns momentan alles abverlangen. In den letzten Jahren passierte hier nicht viel. Für uns eine Herausforderung. Bevor wir den Garten so nutzen können, wie wir uns das vorstellen, gibt es viel zu tun.

Hilfe, wo bekommt man Gartengeräte her?

Wie erwähnt ist die Infrastruktur hier in der Region recht mau und selbst lokale Geschäfte haben nicht immer das, was man kaufen möchte. Große Städte gibt es hier nicht und obwohl hier alle ein Leben auf dem Land führen, ist die Suche nach Schippe, Spaten, Schubkarre und allem, was wir sonst so für die Gartenarbeit brauchen, echt mühsam. Zwar gibt es zwei “größere” Läden, die Hühnerställe, Hasenställe und Gartenmöbel haben, allerdings Gartenwerkzeug haben wir noch nicht entdeckt.

Wenn es um solche Dinge geht, versuchen wir es im Internet, da es zumindest ein paar Garten- und Baumärkte gibt. Aber auch das ist nicht immer ganz so einfach. Zumal wir die Landessprache noch nicht vollständig beherrschen. Mit dem Google Translater können wir Internetseiten von Gartenshops und Baumärkten übersetzen, allerdings wird´s bei Beschreibungen wie z. B. dem ‘tondeuse à gazon’ schwierig, da die Übersetzung dem Rasenmäher suspekte Produkteigenschaften zuweist.

Die Vorteile vom Leben auf dem Land

Das Landleben hat viele Vorteile. Zumindest dann, wenn man, so wie ich, dem Stadtleben überdrüssig geworden ist. Ich genieße die neue Freiheit.

Endlich wieder frische Luft

Langer Rede kurzer Sinn: In diesem Sommer wird das mit der erhofften Gartennutzung nichts mehr. Unser Gartenwerkzeug ist noch nicht vollständig und es gab mehr zu tun, als anfangs anzunehmen war. Macht nichts, denn so oder so: Wir lieben unser Leben auf dem Land.

Obwohl wirklich alles anders ist, fühlen wir uns freier als in der Ruhrpottmetropole mit knapp 600.000 Einwohnern. Die Luft hier ist einfach großartig und jeder Stadtmensch sollte einmal ganz weit weg von Industrie und Städten fahren, um durchzuatmen.

Als ich zum ersten Mal hier aus dem Auto ausgestiegen bin, war ich überwältigt. Es riecht hier unglaublich toll. Nicht nach Kuhmist oder Hühnerstall, sondern nach Natur. 10 Jahre Ruhrpott haben saubere Luft in Vergessenheit geraten lassen.

Keine Martinshörner mehr

Es ist ein ganz neues Lebensgefühl, niemand mehr über sich wohnen zu haben oder morgens die Rollläden hochzuziehen und direkt in die Natur zu schauen. Was ich wirklich sehr erdrückend in den Städten fand, waren all die Martinshörner, die ich im Laufe eines Tages zu hören bekam. Nicht, weil ich mich dadurch gestört fühlte, sondern weil jedesmal in mir der Gedanke aufkam: “Ist jemand etwas Schlimmes passiert?

Kinder lernen die Natur kennen

Ich finde es toll, dass meine Kids im letzten Jahr so viel über Tiere und Natur erfahren haben, wie es in der Stadt niemals möglich wäre. Sie streicheln Kühe, haben gesehen, wie Schäfchen und kleine Zicklein auf die Welt kommen. Haben Frösche, Hasen und Blindschleichen in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten können und dürfen bei den Nachbarn beim Aufsammeln der frisch gelegten Hühner- und Wachteleier helfen.

Eine ganz tolle Nachbarin, eine alte Dame, erklärt uns viel über das Leben auf dem Land. Tipps und Tricks, wie man Pflanzen nutzt, welche Pflanzen man zum Teekochen verwenden kann, woran man ungiftige Pilze erkennt und wie man Champignons von der Kuhweide stibitzen kann, ohne dass die Kühe zornig werden.

Nach dem Umzug auf´s Land: Vermissen wir die Stadt?

Nein! Tief im Herzen sind und bleiben wir Stadtmensch. Doch das Leben auf dem Land und die viele Gartenarbeit wollen wir nicht mehr hergeben. Was uns jetzt noch fehlt, ist der tolle Garten, den wir hoffentlich im nächsten Jahr soweit fertig haben, dass wir den Sommer unter freiem Himmel genießen können.

Seit einem Jahr habe ich keine Stadt mehr erlebt. Ich vermisse NICHTS. Wenn ich mir heute vorstelle, noch einmal die dreckige Luft riechen zu müssen, schüttelt es mich. Auch solche banalen Dinge wie Parkplatzsuche, Gehupe oder Bohrgeräusche aus der Nachbarwohnung brauche ich nicht mehr, weil diese Geräusche nerven.

Ist das Leben auf dem Land langweilig?

Iwo! Leise ist es hier nicht. Hier gackern die Hühner und wenn wir auf´s Klo gehen, hören wir vom Grundstück hinter unserem Haus die Ziegen meckern und die Pferde wiehern. Die großen Traktoren und Landmaschinen der Bauern fahren hier, wenn das Feld es erfordert und das Wetter es nötig macht. Auch Sonntags, an Feiertagen und bis in den späten Abend hinein. Na und?

Die Nachbarn hacken Holz, wenn das Wetter gut ist und die Holzlieferung eintrifft. Wann immer das ist. Statt zu mosern und sich über Ruhestörung zu beklagen, schnappt man die Axt, geht rüber und hilft.

Jeden Tag passiert etwas. Etwas positives, lustiges oder einfach für uns etwas Neues. Die Kinder finden Maikäfer, ein Katzenbaby miaut vor der Haustür und bittet um Einlass, Blindschleichen wuseln durch den Garten, die Walderdbeeren sind reif, oder es geht wieder in den Hühnerstall, um Eier zu holen. Hier lebt man wirklich.

Als Frau auswandern

Leben im Ausland – Folge deinem Traum. Im deutschen TV gibt es gleich mehrere Formate, die sich mit dem Thema Auswanderung beschäftigen. Einerseits hegen viele Menschen diesen Traum, der Deutschland den Rücken zu kehren, andererseits zeigen diese TV-Formate, dass es nicht immer einfach ist, diesen Traum zu erfüllen. Selten wollen Frauen auswandern, wenn sie keinen starken Partner an ihrer Seite haben. Der Umzug in ein fremdes Land ist ein Wagnis mit vielen Unbekannten. Ein Wagnis, bei dem viel schief gehen kann und ist wohl einer der typischen Träume, die man am liebsten als Paar realisieren möchte.

Wie ich es in diesem Beitrag schon erwähnte, war meine Auswanderung ein lang gehegter Traum meines Mannes und mir. Erst waren es die üblichen Bedenken, die uns abhielten. Zu wenig Geld, die Kinder sind noch zu klein. Wir beherrschten keine Fremdsprache gut genug und außerdem würden wir ältere Verwandte zurücklassen. Ein konkretes Ziel für das Leben im Ausland gab es ebenfalls noch nicht. Mein Mann mochte es sonnig, ich bin Fan des Winters. Dann verstarb mein Mann.

Es war klar, entweder würde ich mit seinem Tod den gemeinsamen Traum an den Nagel hängen oder ich würde es JETZT tun. Auch, wenn nur wenige Frauen auswandern, also alleine, und ich mich gar nicht mehr richtig vorbereiten konnte, war mir mit einem Male alles egal. Raus. Weg. Traum erfüllen. Ob ich in Deutschland mein Leben und das der Kinder organisiere oder im Ausland – das würde keine Rolle spielen.

Zwei Monate nach dem Tod meines Mannes

Ich packte unsere Sachen, baute Möbel ab, suchte ein schönes Haus in Frankreich und schwups, weg war ich. In mir machte sich Aufbruchstimmung breit. Schnell und ohne Zweifel. Es war keine Flucht vor der neuen Lebenssituation. Es war keine Flucht aus der Trauer. Es war die Erkenntnis, dass man eigene Träume realisieren muss. Jeden Tag kann es dafür zu spät sein. Der Tod meines Mannes war nicht der Grund, er war lediglich der Impuls, dass wir und für das Leben im Ausland entschieden.

Mir fiel es nicht schwer, Deutschland den Rücken zu kehren. Ich vermisse nichts. Nur wenige Stunden, nachdem mein Mann verstorben war, fiel meine Entscheidung, die ich sofort meinen Kindern mitteilte.

Sie fanden es gut. Wenn wir die Fahrräder, die Meerschweinchen und die Katzen mitnehmen. Mein Sohn, der große, bereits in eigener Wohnung, unabhängig und beruflich gut unter, wollte mit kommen. Wohl die schönste Ehre, die einer Mutter zuteil werden kann.

Warum Männer und Frauen auswandern

Wenn Frauen auswandern, folgen sie dem Ruf ihres Herzens. Sie wandern aus tiefer Überzeugung aus und tun dies nur dann, wenn sie innerlich dazu bereit sind. Während Männer häufig ihren beruflichen Erfolg mit einer Auswanderung zementieren. Am Ende ihres beruflichen Laufbahn. Das Sahnehäubchen.

In meinem Umfeld gibt es eine Kollegin, die etwa zur gleichen Zeit auswanderte. Sie unternahm diesen großen Schritt gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem Sohn. Bei ihnen wurde die Auswanderung lange geplant und doch kam die Realisierung relativ spontan. Bei mir war es nur spontan. Doch der Wunsch war schon viele Jahre tief in mir verwurzelt und mir war klar, dass ich nicht den Rest meines Lebens in Deutschland verbringen wollte.

Wenn Frauen auswandern – folgt das Alltags-Abenteuer

Werde ich nach Gründen gefragt, warum Frauen auswandern und warum ich ausgewandert bin, fallen mir viele ein. Das Wetter. Der Wunsch nach beruflicher Veränderung. Die Kultur. Das Essen. Politische Verhältnisse. Flucht vor sich selbst. Bei mir war es nichts von alledem. Ich will nicht dorthin, wo die Sonne ewig scheint. Mein Job ist klasse. Politische Verhältnisse sind anderswo auch nicht besser. Und wer selbst kochen kann, dem schmeckt es überall. Es war einfach die Lust auf Veränderung.

46 Tage – bis zum Tag X

Zwischen dem Tod meines Mannes und dem Tag meiner Auswanderung liegen 46 Tage. Wenn schon, dann richtig. Der Moment, in dem ich das letzte Mal die Tür in Deutschland hinter mir zu zog, war ein wahnsinnig geiles Gefühl. Vor uns lag eine lange Fahrt in das neue Haus. In einen kleinen Ort in Frankreich, in dem alles neu und ungewohnt sein würde.

Der große Sohn fuhr mit meiner Tochter vor. Der kleine Sohn und ich einen Tag später hinterher. Wir kamen nachts an. In ein dunkles Haus ohne Lampen, aber wenigstens mit Strom. Vom Garten sah ich nichts und doch war es ein großartiges Gefühl, zum ersten Mal das Tor auf unser Grundstück zu öffnen und mit dem Schlüssel unser neues, aber noch kahles Nest aufzuschließen.

Die Nacht ging irgendwo zwischen Umzugskisten, Pappbechern, leeren Wasser- und Colaflaschen viel zu langsam vorbei. Es hätte schneller sein dürfen, bis am ersten Tag in Frankreich die Sonne aufzog und wir anfangen konnten, uns einzurichten. Die Zimmer zu verteilen. Die Bilder aufzuhängen. Bilder aufhängen. Das erste, was ich schon immer getan habe, wenn wir umgezogen sind. Dort, wo meine Bilder sind, bin ich zuhause. Kaum angekommen, waren wir auch schon angekommen.

Jetzt bist du angekommen

Geht es darum, dass Frauen auswandern, geht es auch darum, dass sie das Familiennest neu aufbauen müssen. Ob man ausgewandert ist oder umgezogen ist – das Chaos der ersten Tage ist immer das gleiche. Umzugskisten, provisorische Sitzgelegenheiten, kochen auf dem Campinggrill. Die Zimmer müssen verteilt und dann eingerichtet werden. Im Haus zeigte sich schnell: So, wie wir es geplant hatten, fanden wir es doof. Neuplanung. Du nach oben, sie nach unten. Die Büros doch nicht hinten, sondern direkt in der Nähe des Eingangsbereichs. Da scheint keine Sonne. Egal. Dann blendet es nicht auf die Monitore. Oder doch lieber auf die Südseite? Egal. Nichts, was wir später nicht ändern könnten.

17 Zimmer. Die Hälfte steht leer. Unterm Dach wird keins genutzt. Warum auch. Es ist so viel Platz. Wer putzt eigentlich die ganzen Fenster? Und was ist mit den alten Gardinen, die ich so liebte? Sie passen nicht. Für alle Zimmer werden wir neue Gardinen brauchen. Wenn Frauen auswandern, sind Gardinen wichtig. Immens wichtig. 41 neue Gardinen. Wo bekommt man die so schnell her, wenn sie alle gleich sein sollen? Wie kann eine Frau auf die Schnelle 41 neue Gardinen finden? Die sollen schließlich gefallen. Ehe wir uns versahen, merkte ich mitten drin:

“Jetzt bist du angekommen!”

Was? So schnell geht das? So flott sagst du “zuhause”? Ich ärgerte mich. 46 Tage, ein paar Stunden. Schon war das neue Haus in einem fremden Land unser Zuhause geworden. Die ältere Dame von nebenan, wuselte im Garten herum. Immer mit Blick zu uns herüber. “Wer wohl die Neuen sind?” – hatte sie sich damals wohl gefragt. Und uns einfach freundlich und lachend zugewunken. So einfach kommt man an. Das Leben im Ausland hat begonnen. Schnell, unkompliziert. Mensch, warum haben mein Mann und ich diesen Schritt nicht schon vor 20 oder wenigstens vor 10 Jahren gewagt???

Telefon, Internet und Strom

An Tag zwei ging es um die wirklich elementaren Dinge. Telefon, Internet und Strom. Angemeldet hatten wir alles. Den Router hatten wir schon von Deutschland aus besorgt und in den drei wichtigsten Umzugskisten – gekennzeichnet mit XXX – ganz oben verpackt. Mit einer Umzugsfirma in der Familie ist das Packen der Kartons einfach Routine. Etwas anderes ist es, einen Router ohne Bedienungsanleitung und ohne Telefonsupport zum Laufen zu bekommen. Nichts ging und erst, als wir in den Shop des Anbieters fuhren, wurden wir schlauer. Irgendetwas stimmt mit der Leitung nicht. Mit einem Internetstick überbrückte man unseren Internetzugang, bis der Service raus kam. Freundlich. Sind die Menschen hier freundlich. Auch, wenn die Franzosen die Deutschen nicht mögen.

Nach dem ersten Monat standen die ersten Rechnungen an. Ein Wust, zum Durchkämpfen, bis ich sie bezahlen konnte. In Frankreich wird nicht überwiesen. Es wird mit TIP, per Scheck oder per Telefon bezahlt. Vorher muss man bei Strom- und Internetanbietern das Bankkonto akkreditieren. TIP ist einfach, wenn man weiß, wie viel das Porto kostet und wo die nächste Post ist.

Die Eingewöhnungsphase

An unser neues Haus gewöhnten wir uns schnell. In den ersten 3 Nächten lagen wir wach. Die Geräusche, die man noch nicht kennt. Ein lautes Scheppern. Mitten in der Nacht. 30 Minuten später. Ein lautes, anhaltendes Grummeln. Knacksen hier, Ächzen da. Sicherungskasten, Heizung und Holz. Die Schuldigen. Längst hören wir sie nicht mehr.

Ein leises Klingeln ertönt. Wird immer lauter. Montags und Donnerstags um 10 Uhr. Dienstags und Freitags um 12 Uhr. Und nochmal Dienstags um 14 Uhr und Freitags um 17 Uhr. Was ist das? Bäcker und Metzger. Hier werden die Franzosen und Auswanderer mit frischen Produkten direkt vor der Haustür versorgt. Hausgemachte Produkte. Frisches Baguette, feine Fleischwaren. Frische Eier von Hühnern des Bauern nebenan. Hühner, die genauso glücklich leben, wie die Menschen hier im Ort. Inzwischen sind wir mit Bäcker und Metzger auf Du & Du. Beide haben ihre Tour für uns geändert und halten direkt vor unserem Haus. Selbst an Feiertagen kommen Sie und hängen die Tüte an die Haustür. Das, ja genau DAS ist es, warum Frauen auswandern. Meine Kinder lieben es. Ich liebe es.

Upgrade der Lebensqualität

Wenn Paare, Männer oder Frauen auswandern, wünschen sie sich natürlich eine Veränderung. Eine Auswanderung ist dazu die passende Gelegenheit, denn es verändert sich wirklich viel.

Zum Einkauf geht es mit Duden oder Dolmetscher. Formulare füllen wir mit dem Google Translater aus und die ältere Dame, die am ersten Tag so fröhlich herüber winkte, ist längst eine herzliche Freundin der Familie geworden. In Woche eins zogen zwei neue Kätzchen bei uns ein. Französische Miezen, die ganz anders miauen, wie unsere beiden Katzen aus Deutschland. In Monat drei miaute ein kleines mit Flöhen besiedeltes Katerchen vor unserer Haustür und bat hungrig und siegessicher um Einlass. Den Weg zur Zoohandlung kannten wir zum Glück schon.

Unsere komplette Ernährung hat sich umgestellt. Alle Produkte sind hier anders. Zwar gibt es viele Markenprodukte, die wir aus Deutschland kennen. Doch wir lassen uns auf das Leben im Auslandein und verwenden Produkte der Region, die verdammt lecker sind. Manche Lebensmittel sind nicht unser Fall. Normal. Doch wir haben so viele neue Lieblingsleckereien gefunden, dass wir typisch deutsches Essen nicht entbehren. Nur manchmal. Am Anfang. Hier lebt man kulinarisch wirklich wie Gott in Frankreich. Was in Deutschland den meisten Menschen als teure Delikatesse verwehrt bleibt, gehört hier zum Standard.

Bei uns gab es nur eine negative Veränderung – der Schulalltag. In Frankreich gehen alle Kinder zur Ganztagsschule. Länger, wie die meisten Menschen in Deutschland arbeiten. Das Bildungsniveau: Schlecht. Meine Kinder haben jetzt Privatunterricht zuhause. Nachdem sie innerhalb von kürzester Zeit Augenringe bekamen. Es blieb ihnen weder Freizeit noch ausreichend Zeit zum Schlafen.

Manchmal spürt man, dass Franzosen Deutsche nicht mögen. Insbesondere an der Schule war das zu spüren. Hier im Ort sind die Menschen freundlich und die Kinder lieben es hier, denn hier laufen die Uhren anders und alles ist weniger stressig. Wir haben eine ganz tolle Privatlehrerin gefunden, die nicht einfach ihre Stunden abreißt, sondern richtig gut ist und auf ganz besondere Weise ihren Unterricht gestaltet. Die Kids haben Spaß zu lernen und freuen sich auf die Lehrerin.

Hier ticken die Uhren anders

Hier rennen die Menschen nicht mit Übereifer dem übervollen Terminkalender nach, sondern kommen regelmäßig zu spät und manchmal auch gar nicht. Im Winter, wenn es schneit und der Schulbus nicht fährt, bleiben Kinder aus den Orten eben zuhause. Ob der Bäcker Montags pünktlich um 10 Uhr klingelt oder erst um 12 – das ist völlig schnuppe. Solang er nur kommt und das Baguette frisch aus dem Ofen geholt wurde.

Ja, wir sind angekommen! So geht Leben, so geht das Gefühl von Freiheit. Schade, dass wir diesem Traum erst 2014 gefolgt sind und nicht schon viel früher. Eins ist klar: Auf die nächste Traumerfüllung warten meine Kinder und ich nicht lange. Wir werden künftig jede Gelegenheit am Schopfe packen. Das Leben im Ausland, hier in Frankreich, ist ein schöner Lebensabschnitt. Welcher wird wohl der nächste Traum sein, den wir uns als Familie erfüllen?

Shoppen im Internet: Für uns eine totale Umstellung

Ausgewandert – trotzdem shoppen wir in Deutschland. Wir leben seit einiger Zeit in Frankreich. Das Land, in dem es Sephora gibt. Darauf freute ich mich sehr, denn ich liebe Onlineshopping und Sephora gilt in Deutschland als eins DER Shoppingparadiese. Außerdem gibt es in Frankreich wunderbare Mode, super schöne Schuhe, Taschen und all das, was Frauen glücklich macht. Vor der Auswanderung sollte sich Shoppen im Internet für mich nur insofern ändern, dass ich nicht mehr in deutschen Webshops einkaufen würde, sondern in all den französischen Läden, von denen ich in Deutschland soviel gehört hatte. Mein Herz war schon voll Vorfreude, endlich bei meinem Lieblingslabel Thierry Mugler einkaufen zu können. Bei der Vorfreude sollte es bleiben.

Hat sich mein Onlineshopping-Verhalten geändert?

Nicht wirklich. Dreimal dürfen Sie raten, wo ich einkaufe? In Deutschland. Überwiegend. Viele Gründe gibt es, warum ich ewig lange Versandzeiten und überteuertes Porto in Kauf nehme, mir eigens ein Paketfach in einem der Lettershops eröffnete und mir teilweise über Freunde und Bekannte meine Pakete vom Onlineshopping nachschicken lasse.

Im Vergleich zu Deutschland stellt das Shoppen im Internet mich vor folgende Probleme:

  • Sprachkenntnisse (das fängt bereits bei der Suche nach tollen Onlineshops an und setzt sich fort bei den Produktbeschreibungen)
  • Ohne Sprachkenntnisse findet man keine Gutscheine oder Codes für die tollen Shops, in denen man einkaufen möchte.
  • Beim Shoppen von Mode: Französische Kleidung fällt wesentlich kleiner aus, so dass man sich nicht an der Kleidergröße orientieren kann.
  • Schuhe passen so gut wie nie, weil auch die Schuhgrößen anders berechnet werden.
  • Die Bezahlmöglichkeiten beim Onlineshoppen sind echt komplett anders, denn hier ist es nicht üblich, online zu bezahlen oder zu überweisen. Das macht das Shoppen im Internet wirklich kompliziert.

Natürlich gibt es hier in Frankreich tolle Läden, Modeshops und Beautyshops. Nur: Wir wohnen auf dem Land. Einfach mal einen Shoppingausflug in die Stadt – gibt es nicht. Also HIER gibt es das nicht. Die nächsten größeren Geschäfte für Mode, Beauty, Taschen und Schuhe sind ewig weit weg. Eine Fahrt, außer ein Shopping-Wochenende in Paris, lohnt sich nicht. Es bliebe mir noch das Shoppen im Internet. Große und bekannte Shops gibt es in Frankreich zahlreiche. Aber auch das ist nicht so einfach. Zumindest dann nicht, wenn man die Landessprache noch nicht gut kann. Ich jedenfalls schaue neidisch nach Deutschland, wo die Frauen überall Gutscheine zum Shoppen bekommen zahlreiche attraktive Goodies in den Warenkorb packen können.

Deutsche Onlineshops – für mich immer noch die besten!

Auch, wenn ich eigentlich dagegen bin, über Landesgrenzen hinweg einzukaufen (ist ja nicht umweltfreundlich und alle Länder haben tolle Shops), bleibt mir oft nichts anderes übrig. Ich mag Douglas und freute mich, dass es in Frankreich Dougi gibt gab. Kaum hier angekommen, wurde der Shop umgewandelt und somit änderte sich dort das Beautysortiment. Nicht mehr meins.

Mir fehlen vor allem auch die Infos, was es in welchen Beautyshops oder Modeshops gerade an Goodies gibt, über welche Angebote man sich beim Beautyshopping aktuell freuen kann. Mir fehlen die Gutscheine für Douglas, Breuninger und all die anderen Shops, aber auch die gesellige Kommunikation mit all den Frauen, die sich auf Facebook, Twitter und G+ über angesagten Must Haves austauschen. Der Spaß, sich daran zu beteiligen, kommt einfach zu viel zu kurz, wenn man weiß, dass man sowieso nichts von all den tollen Sachen kaufen kann, über die dort geschnackt wird.

Selbstverständlich gibt es das Sprachproblem. Ich bin mir sicher, dass es ähnlich wie in Deutschland in Frankreich ebenso shopping-verrückte Hühner, Gutscheine, Shopping- und Swapgruppen gibt. Als Ausländer in einem fremden Land ist es schwierig, ohne wirklich gute Sprachkenntnisse solche Gruppen zu finden und sich daran zu beteiligen. Genauso schwierig ist es, im Netz Modeshops und Beautyshops zu finden, weil man für die Suche entweder Shopnamen kennen muss oder die relevanten Suchbegriffe schreiben können muss. Habe ich einen passenden Webshop gefunden, fehlt mir das Shoppingvergnügen.

Gemauerte Shirts und Anti-Aging Cremes mit Meißel

Meine Sprachkenntnisse reichen noch nicht, um z. B. die Produktbeschreibungen zu verstehen. Die französische Sprache ist in ihrem Aufbau ganz anders als meine Muttersprache Deutsch – da wird selbst das Übersetzen mit Google zu einem abenteuerlichen Unterfangen, wenn z. B. die Gardinenstangen mit einem “Drachen” aufgehängt werden oder die Anti-Aging Pflege mit einem “Meißel” die Falten stramm zieht oder das Damen-T-Shirt “gemauert” ist. Shoppen im Internet kann wirklich lustig sein, wenn man die Landessprache noch nicht so gut beherrscht.

Ein paar tolle Onlineshopping-Erlebnisse in Frankreich

Für die Kids kaufe ich total gerne bei Bonprix ein. Das Versandhaus hat auch einen französischen Onlineshop. Als ich zum ersten Mal Kindermode in meiner Wahlheimat kaufen wollte, habe ich sofort die französische Variante des Shops entdeckt. Er ist genauso aufgebaut wie der deutsche Shop und so konnte ich problemlos im deutschsprachigen Shop suchen und im französischen Webshop meinen Warenkorb füllen. Klappte prima und bezahlen konnte ich auch online. Überrascht war ich dann jedoch, als meine erste Bestellung bei mir an kam. Denn die wurde, dreimal dürfen Sie raten, aus Deutschland verschickt. Naja, es lief also prima und schon bald folgten meine Gardinen, denn immerhin konnte ich so genauer nachlesen, wie ich sie befestigen müsste …

Dufte shoppen im Internet

Nachdem ich somit schon zu den fortgeschrittenen Onlineshoppern in Frankreich zählte, beschloss ich, mir etwas ganz tolles zu bestellen. Papier d´Armenie. Dieses tolle Zeug bekam ich zu meinem Einzug von einer lieben Freundin geschenkt. Aus Deutschland kannte ich das nicht, doch in Frankreich kennt jeder das armenische Papier, welches das älteste und natürlichste Raumdeo ist. Erhältlich ist es im französischen Onlineshop des Herstellers. Er akzeptiert glücklicherweise mehrere Bezahlmöglichkeiten und es war total easy mit dem Shoppen im Internet. Gut, die Beschreibungen waren Dank des Google Übersetzers mehr als lustig – aber bei Gebrauchsdingen kann man darüber hinwegschauen, während es bei Modeshops und Beautyshops nicht so einfach ist. Aber ansonsten war dieser Einkauf auf Französisch wirklich einfach und alles klappte super. Eine Woche später – ja, so langsam geht´s mit den Paketen – war ich glücklich, mein erstes “richtiges” französisches Paket in den Händen zu halten.

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

Viele predigen, aber nur wenige halten, was sie reden. Es gibt Ausnahmen! Seit langer Zeit kenne ich eine Bloggerin. Seit einiger Zeit bin ich mit ihr befreundet. Eine Chaotin. So scheint es. Auf den ersten Blick. Doch ein Mensch der ersten Klasse. Nicht der Norm entsprechend und doch so zauberhaft. Ein Mensch, der es nicht leicht hat im Leben. Schicksalsschläge – und doch lässt sie sich davon nicht “klein kriegen”. Eine Frau, die Stärke beweist und des Kämpfens nicht müde wird. Für mich eine Heldin. Eine, auf die der Spruch “Es gibt nichts Gutes, außer man tut es” absolut zutrifft. Eine Alltagsheldin. Eine, die mit kleinen Dingen glänzt. Während andere Großes verkünden. Um es nicht zu halten.

Meine Heldin, eine Lebensretterin

Fast tagtäglich begegnen uns bei der Autofahrt tote Tiere. Tiere, die aus Versehen unter die Räder kamen. Kröten, Katzen, Hasen, Igel. Achtlos fahren wir dran vorbei. Doch da ist meine Heldin. Eine Heldin, die nicht achtlos ist. Aufmerksam ist sie.

So lief ihr dieser Tage ein Igelchen über den Weg. Ein Igel, der in Not geraten ist. Krank wirkte er. Krank und hilflos. Meine Heldin nahm sich des Igelchens an, nahm ihn mit nach Hause, um ihn dort notdürftig zu versorgen. Etwas Katzenfutter und ein homöopathisches Mittel gegen Schnupfen. Denn das Igelchen nieste. Es war krank.

Igel stehen unter Naturschutz und dürfen nicht einfach so mitgenommen werden. Dessen gewiss wählte meine Freundin die Nummer des Tierschutzes und bat um Hilfe für den kleinen Igel. Es dauerte einige Stunden, bis der Tierschutz den hilfsbedürftigen Igel bei der Frau abholten, um ihn zum Tierarzt zu bringen.

Der in Not geratene Igel sollte medizinische Hilfe bekommen, die er dringend benötigte, wie sich später herausstellte. Denn das Tierchen hatte eine Lungenentzündung und hätte diese wohl nicht überstanden, wenn nicht eben meine Alltagsheldin sich des kleinen Tierchens in Not angenommen hätte.

Vom Tierschutz bekam sie die Telefonnummer des Tierarztes, zu dem der Igel gebracht werden sollte. Sie rief dort mehrfach an, um sich über das Ergehen des Igelchens zu erkundigen. Das Tier wird derzeit mit Antibiotika behandelt und aufgepäppelt, damit es bald wieder in die Freiheit entlassen werden kann.

Es gibt nichts Gutes – außer man tut es

Diese Frau, meine Alltagsheldin, hat mir wieder einmal gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir Menschen nicht immer nur an uns selbst denken. Es ist wichtig, ungeheuer wichtig, mit offenen Augen durch das Leben zu gehen. Uns gewissenhaft vor Augen zu führen, wo echte (!) Not herrscht und wo wir helfen können. Schnell. Unkompliziert. Verantwortungsbewusst. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

Doch bevor man hilft, sollte man eins: Das Gehirn einschalten. Denn es geht nicht nur um Hilfe. Es geht um richtige Hilfe. Hilfe mit Verstand! So, wie bei dem kleinen Igelchen, das wahrlich in Not geraten war und wirklich Hilfe bedurfte.

Der Missbrauch von “Hilfe”

Vor nicht allzu langer Zeit predigten uns die Politiker, man bräuchte eine “Kultur des Hinschauens“. Ja, Hinschauen ist wichtig. Doch nur, wenn der Fokus auch stimmig ist. Wenn mit Weitblick überdacht wird, was das eigene Handeln für Folgen mit sich bringt.

Konkret bezogen sich die Politiker auf Kinder in angeblichen Notsituationen. Eltern, die ihre Kinder misshandeln. Kinder, deren Kindeswohl nicht gewährleistet sein soll. Weil Eltern nicht den ganzen Tag zu Hause sind. Weil Eltern mal “Fünfe gerade sein lassen” und ihre Kinder nach draußen zum Spielen lassen. Kinder mal schmutzig sind und in zerrissenen Hosen über den Spielplatz toben.

Doch mal ehrlich, Frauen. Sind diese Kinder in Not? Sind das Gründe, um Melder zu werden und das Jugendamt auf diese “verwahrlosten” Kinder aufmerksam zu machen? Oder handelt es sich um eine ganz normale Familie? Kinder, die noch solche sein dürfen? So richtig mit Toben und Spielen. Kinder, die ein anderes Lebenskonzept als Förderung und noch mehr Förderung in ihrem jungen Leben erfahren? Kinder, deren Terminkalender nicht voller ist, als jener eines Top-Managers? Kinder, die sich in ihrer Kindheit austoben und unbeschwert dem Leben entgegenblicken dürfen? Kinder, deren Eltern als Multijobber vielleicht das Familieneinkommen erarbeiten müssen.

Mein Anliegen: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

Zählen Sie zu jenen Menschen, die das Motto “Es gibt nichts Gutes, außer man tut es” wirklich verfolgen? Oder zählen Sie zu jenen, die als Gutmensch Wein predigen und Wasser saufen? Gehören Sie zur Sorte Mensch, die lieber monatlich an den Tierschutzverein spenden, anstatt einen in Not geratenen Igel von der Straße aufzulesen und dem flohbefallenen Tierchen erste Hilfe zu leisten? Ihm ein Handtuch zu opfern, ihn als Ersthelfer aufzupäppeln? Ihm Obdach zu gewähren, anstatt das Gewissen mit einer monatlichen Spende an den Tierschutzverein “rein” zu waschen? Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!

Helfen Sie lieber einem Igelchen, das in Not geraten ist, als sich zum Handlanger von Menschenrechtsverbrechen zu machen, nur, weil es besser klingt, sich zu einer heuchlerischen “Kultur des Hinschauens” zu bekennen. Treten Sie mit geballter Kraft der EU in den Arsch – so, wie ich und meine Alltags-Heldin es auch tun! Wehren Sie sich gegen falsche Normen und kranke Gesetze. Denn irgendwann werden auch Sie ein Mensch sein, der nicht mehr in die EU-Norm passt!

Liebe Manuela, bitte entschuldige, dass ich dein Igel-Bild “geklaut” habe. Doch du bist meine Alltags-Heldin und hast dir in meinem Herzen und auf diesem Blog einen ganz besonderen Platz verdient. Und niemand anderes, als “dein” Igelchen könnte besser für deine tolle Hilfe Pate in diesem Artikel stehen. 😉

Träume realisieren – Bevor es zu spät ist

Auf in ein neues Leben! Fast schon in einer Nacht und Nebel Aktion brach ich mit meiner Familie alle Zelte ab und wanderte aus. Viel Zeit für Vorbereitung blieb nicht. Immer werde ich gefragt, was mich nach Frankreich verschlagen hat, wie wir es geschafft haben und vor allem taucht immer wieder die Frage auf, was uns dazu bewegt hat. Es war die Erkenntnis, dass man Träume realisieren muss, bevor es zu spät ist. Zu spät war es für meinen Mann. Zusammen mit ihm wollte ich viele Träume realisieren. Einer davon war der Wunsch auszuwandern. Ein neues Leben in einem Land unserer Wahl zu führen. Am 24. Juni 2014 endete dieser Traum.

Träume realisieren – nie der richtige Zeitpunkt

Fast alle Menschen haben Ziele im Leben und wollen Träume realisieren. Oft lässt sich ein Traum nicht ohne Weiteres wahr machen. Entweder fehlt das Geld, die Kinder sind zu klein, der Job lässt es nicht zu oder, oder, oder. Es gibt immer etwas, was die Traumrealisierung verhindert. Der Zeitpunkt, um endlich eigene Träume realisieren zu können, ist immer unpassend. Bis es zu spät ist.

Alte Menschen blicken auf ihr Leben zurück und müssen feststellen, dass sie Chancen verpasst oder nicht wahrgenommen haben. Sie blicken zurück und denken sich:

“Ach, hätte ich nur etwas anders gemacht!”

Oder es geht ihnen wir mir und meinem Mann. Er kann niemals mehr ein neues Leben anfangen. Sein Leben wurde beendet. Ich bleibe zurück und muss meinen und den Weg unserer Kinder alleine gehen. Wie oft denke ich darüber nach, ob ich mich ärgern muss. Hätte…, wäre…, wenn… ?

Ja, was hätte ich anders machen können. Was wäre, wenn ich es getan hätte? Wir? Wäre es dann anders gekommen? Hätte uns das Schicksal verschont? Würden wir heute glücklich im Ausland leben? Ja, vielleicht. Vielleicht nicht. Wer weiß das schon?

Was ich heute anders machen würde

Der Wunsch des Auswanderns ist nun wirklich kein kleiner. Es bedeutet, alte Zelte abzubrechen. Freunde, Familie und alles, was man mag, zurückzulassen. Vielleicht auch den Job aufgeben. Die Angst vorm Scheitern ist ein Hindernis. Kein kleines. Wird man es in einem anderen Land schaffen, sich ein neues Leben aufzubauen? Sich zu integrieren? Fuß zu fassen?

All diese Fragen waren es nicht, die mein Mann und mich davon abhielten, den großen Schritt zu wagen. Es waren finanzielle Gründe. Wir hatten keine Polster und wollten diesen unserer Träume realisieren, wenn wir genug Geld für ein solches Abenteuer gehabt hätten. Wir lebten nicht schlecht. Aber ohne finanzielles Polster war es uns zu gewagt. 20 Jahre lang. 20 Jahre hatten wir diesen gemeinsamen Traum. Doch erfüllt haben wir ihn nicht. Nicht gemeinsam.

Die Uhr zurückdrehen. Das ist es, was ich mir wünsche. Die Uhr 20 Jahre zurückstellen und noch vor der Geburt unseres ersten Kindes mit oder ohne Geld in der Hand Deutschland den Rücken kehren. Ziel – egal wo. Nur raus aus einem Land, das sich Demokratie nennt, aber davon sich immer weiter entfernt.

Wir wollten ein altes Haus. Eins, an dem es viel zu tun gibt. Denn mein Mann vom Fach wollte meine Wünsche erfüllen. Wünsche, wie unser Familiennest sein sollte. Mit dem Wohlfühlcharme, den ein Neubau niemals vermitteln könnte. Ein Haus mit Natursteinmauern. Außen, vor allem aber innen. Denn ich liebte die Handwerkskunst meines Mannes.

Könnte ich die Uhr zurückdrehen, dann würde ich keinen Moment zögern, meine Hand in seine zu legen und mit Kind und Kegel unserem Traum entgegenzurennen. Lieber 20 Jahre zu früh, als eine Sekunde zu spät.

Sind wir Frauen Herdentiere?

Es heißt häufig: Frauen jagen immer dem neuesten Trend hinterher. Oft denke ich, dass ich anders bin. Anders als die meisten Frauen. Von der perfekten Hausfrau bin ich einiges entfernt. Am deutlichsten zeigt sich mein “Anderssein” darin, dass ich (fast) immun gegen Shoppingmalls, Schuhe und Handtaschen bin. Aber nur fast. Ab und zu lasse ich mich anstecken. Von all den Dingen, die man(n) uns nachsagt. Sind wir Frauen Herdentiere, die neuen Trends hinterherlaufen, weil es alle tun?

Manchmal lege ich dieses Herdentiere-Verhaltensmuster an den Tag. Dann stöbere ich in Schuhshops, schaue mir eine schicke Tasche nach der nächsten an, packe gefühlte 3 Millionen Schuhpaare und Taschen in den Warenkorb und nehme mir fest vor, nur eins oder zwei der Stücke zu bestellen. Eigentlich brauche ich weder das eine, noch das andere. Trotzdem ist dieses Gefühl in mir, dass ich doch mehr brauche. Schließlich hat jede Frau ganz viel Schuhwerk und eine große Handtaschensammlung. Weil das typisch weiblich ist.

Bin ich eins der weiblichen Herdentiere?

Frauen interessieren sich für neue Trends. Dies zeigt sich, wenn Markenhersteller neue Produkte auf den Markt bringen oder eine Fashionweek stattfindet. Die sozialen Netzwerke werden überhäuft mit Informationen, denen man sich kaum entziehen kann. Frauenzeitschriften und Hochglanzmagazine hypen Trends und kurbeln den Konsum an.

Frauen scheinen davon magisch angezogen zu werden. Die Herde setzt sich in Bewegung und ein Großteil der Frauenwelt kann es kaum abwarten, bis die neue Limitierte Edition oder der neuste Modelook endlich erhältlich ist. Längst schon ist zum Trend geworden, dass Frauen sich die neuste Errungenschaften über Facebook und Blogs präsentieren und cool ist die Frau, die zuerst eins der heiß begehrten Schätzchen via Social Media darbietet.

Ob ich mich selbst darin wieder entdecke? Ja, ganz eindeutig. Nicht immer. Aber manchmal. Lange hatte ich die Box of Beauty im Abo. Der Ankunft dieser Abo-Beautybox habe ich sehnsüchtig entgegengefiebert. Kaum ausgepackt, landete das erste Foto ruckzuck auf Facebook und ich war für einen kurzen Moment fast schon eine Heldin. Für einen Moment die Rudelanführerin aller gleichgesinnten Herdentiere. Angeben macht doch ein wenig Spaß ;-)

Setzen Trends uns unter Druck?

Ich frage mich, warum wir Frauen uns gelegentlich wie Herdentiere verhalten und tun, was andere tun. Ist es mangelndes Selbstbewusstsein? Fishing for Compliments? Selbstbestätigung? Ganz ehrlich – ich weiß es nicht. Komplimente mag ich nicht, an Selbstbewusstsein mangelt es mir nicht und Selbstbestätigung brauche ich nicht, denn mein Lebensweg spricht Bände.

Vom Virus “Herdentiere” sind viele Frauen befallen. Karrierefrauen, Hausfrauen, Mütter, Singlefrauen, junge und ältere. Ist es Druck, der uns leitet? Das Gefühl, nicht dazu zugehören, wenn wir Trends widerstehen? Wenn wir uns nicht wie Herdentiere verhalten? Es scheint kein Muster zu geben, welche Frau eins der Herdentiere wird und urplötzlich Trends jagt, Schuhe und Handtaschen sammelt oder der neuesten Limited Edition entgegenfiebert.

Herdentiere sind menschlich

Bei näherem Überlegen glaube ich, dass es kein Frauending ist, als Herdentier sich mit der Masse zu bewegen. Bei Männern ist es nicht anders. Oftmals ist das Folgen eines Mainstreams ein Leitfaden im Leben. Wir tun, was andere Menschen tun. Das war schon immer so und wird vermutlich auch immer so bleiben. Menschen schauen bei anderen, übernehmen Verhaltensmuster. Es ist das Grundprinzip von Entwicklung und die Basis von Lernprozessen. Abschauen, nachmachen. So, wie die Tiere in einer Herde, die im Verband flüchten, wandern und auf Ereignisse reagieren.

Frauen – Multitalente in allen Lebenslagen

Frauen gelten nicht selten als echte Multitalente. Dies ist durchaus angebracht. Denn wenn betrachtet wird, was wir Frauen so alles leisten, dann kann man nur den Hut vor uns ziehen. Spätestens, wenn aus Ehefrau und Ehemann eine Familie mit Nachwuchs wird, kommt auf die Frau einiges zu.

Als Multitalent fällt es den meisten von uns recht leicht, die sich uns stellenden Aufgaben zu bewältigen. Mit Organisation, Planung und vor allem einer großen Menge Leidenschaft und geballtem Frauenpower wird der Familienalltag von der Frau mit Links gestemmt und das Zuhause in einen warmen Ort verwandelt, der allen Familienmitgliedern ein wohliges Zuhause gibt.

Frauen als Organisationstalent

Wenn sich Nachwuchs ankündigt, wird die Rolle der Frau stark beeinflusst und das gesamte Leben auf Links gekrempelt. Immerhin geht es nicht mehr nur darum, das eigene Leben zu organisieren, sondern den Nachwuchs in einem gemütlich gemachten Nest zu empfangen und sich in der Mutterrolle einzufinden. Danach steht natürlich einiges an Planung an, damit Haushalt und die gesamten Belange rund um die Familie auch perfekt funktionieren. Gut also, dass eine Frau ohnehin ein Multitalent ist, so ist sie den Aufgaben gewachsen, vor denen sie nun steht.

Multitalent, das brauchen wir Frauen, weil es nicht nur die eine oder die andere Aufgabe ist, die zu meistern ist. Denn neben der Organisation von Familie, Haushalt und Aktivitäten gehen immer mehr Frauen auch noch einem Beruf nach. Dafür ist sicherlich viel Leidenschaft und Energie nötig, damit dies alles genau so funktioniert.

Selbstständigkeit und pure Power

Die Rolle der Frau hat sich über die Jahre jedoch ohnehin stark verändert. Waren Frauen früher ab einem gewissen Alter für Haushalt und Kinder zuständig, sehnt sich das Multitalent von heute danach, alle Belange eigenständig zu regeln. Dies bedeutet vor allem, dass immer weniger Frauen den eigenen Beruf aufgeben.

Eher das Gegenteil ist der Fall. Nicht immer freiwillig, oft, weil sie alleinerziehend sind oder das Einkommen des Partners nicht reicht, um alle Lebenshaltungskosten zu decken. Neben Haushalt und Familie arbeiten viele Frauen als Multijobber, so dass es kaum eine freie Minute im Alltag gibt.

Mit Organisation und Planung kann auch die eigene Karriere neben der Familie weiter bestehen. Frauen sind wahre Multitalente und lassen es sich nicht nehmen, dies auch zu beweisen. Seien es nun kleine handwerkliche Arbeiten oder gar größere Projekte, mit viel Leidenschaft beweisen Frauen immer wieder, dass sie keinesfalls abhängig sein müssen und sich selbst versorgen können. Diese Eigenständigkeit wirkt sich auch auf die Beziehung aus.

Gleichberechtige Partner erleben Harmonie

Wenn Mann und Frau zu gleichen Teilen das Leben bestreiten und sich auf Augenhöhe begegnen, dann ist die Beziehung nicht nur von Leidenschaft, sondern auch Ehrlichkeit geprägt. Als Multitalent beweist die Frau, dass sie keinesfalls einen Ernährer und Versorger sucht, sondern einen Mann, der mit ihr durch dick und dünn geht.

Auch Frauen selbst profitieren, wenn sie merken, dass Organisation und Planung dazu dienen, das Leben eigenständig zu meistern. Immerhin wächst das Selbstwertgefühl deutlich und die meisten erleben so ein glückliches und zufriedenes Leben, welches durch einen Partner nur bereichert wird und nicht zwangsläufig von einer Partnerschaft abhängt. Taffe Frauen müssen keine Emanze werden, doch eine selbstbewusste Frau ist attraktiv und fühlt sich rundum wohl, bei dem, was sie tut.

Warum ich 9 Jahre keine Regenschirme brauchte

Ich bin über 40 und mein Sohn wird 20. Falls Sie sich jetzt wundern, wie diese beiden Aussagen zusammenpassen, dann lesen Sie einfach diesen Artikel bis zum Schluss. Denn es geht um Regenschirme, Lebensgefühl und früher. Früher war alles besser – wie oft sage ich das und wie oft bestätigen meine Kinder mir dies. Kurz nach meinem 40. Geburtstag ertappte ich mich irgendwann bewusst dabei, dass ich meinen Kindern immer häufiger von diesem berühmten “Früher” erzählte.

Das Älterwerden verändert die Sichtweise

Angefangen hat das nach dem frühen Tod meines Mannes. Auf einmal ist ein Mensch aus dem Leben gerissen, dabei hätte man noch so viel vom ihm wissen und so viel mit ihm teilen wollen.

Seit diesem Zeitpunkt erzähle ich unseren Kindern von meinem Leben und unseren gemeinsamen Jahren, bevor wir Eltern wurden. Alles war anders, alles war besser. Nein, das ist keine abgedroschene Phrase, denn je älter ich werde, umso mehr verstehe ich die Zusammenhänge, warum die Dinge so sind, wie sie sind.

Gestern erzählte ich meinem ältesten Sohn von Regenschirmen. Gut, das klingt zunächst nach keinem spannenden Thema. Ist es aber. Als ich Kind und Teenager war, galt das Kaufen eines Regenschirms als Wissenschaft für sich. Meine Mutter rief die Oma an, um sich wegen der Schirmfrage zu besprechen.

Dabei wohnte die Oma über 200 km entfernt wohnte. Ein Telefonat, noch dazu ein Ferngespräch, wurde kurz gehalten. Man beschränkte sich auf das Notwendigste, denn Flatrates gab es nicht und Ferngespräche waren teuer. Dass die Mutter trotzdem das Ferngespräch wählte, um sich zu beratschlagen zeigt beispielhaft, welch bedeutsame Angelegenheit es war, einen Regenschirm zu kaufen.

Man konnte Schirme in den Preislagen von etwa 15, 40 bis 50 und 60 bis 80 DM kaufen und seinerzeit überlegte man wirklich, ob man überhaupt Schirme in der niedrigsten Preislage in die engere Auswahl aufnehmen sollte. Heute ist es genau anders herum. Am liebsten soll alles billig sein, denn Geiz gilt bekanntlich als geil. Das gab es früher nicht.

Der Schirmkauf wurde zu einem Familienanlass. Ein Familienmitglied braucht einen Schirm. Dafür muss man in die nächst gelegene Stadt fahren.

  • In welches Geschäft?
  • Wo gibt es überhaupt gute Schirme?
  • Welcher Laden bietet beste Beratung an?
  • Beratung für den Schirmkauf?

Ja, na klar. Denn es geht um Qualität. Jeder braucht einen guten Regenschirm. So fuhr man in die Stadt und ließ sich in verschiedenen Geschäften ausführlich beraten, lief von Karstadt zu Kaufhof, sprang auch mal zu Woolworth rein und natürlich in das Schirmfachgeschäft, bei dem es die fachmännischste Beratung überhaupt gab. Stundenlang ging das so, bis man im Familienverbund zum Kaufhof zurücklief, um dort einen der teureren Modelle zu kaufen.

9 Jahre ohne Regenschirme

Bevor ich nach Frankreich auswanderte, wohnten wir 9 Jahre lang in einer größeren Stadt. Dort war das Wetter mitunter sehr stürmisch und innerhalb des ersten Herbstes war meine Schirmsammlung diversen Herbstwinden zum Opfer gefallen. Neue Regenschirme mussten her. Kein Problem. Für ein paar lumpige Euro gibt es sie massenhaft. Schirme in 1-Euro-Läden oder Schirme im Wochenangebot des Discounters.

Die Preisunterschiede bei Regenschirmen heute und damals sind gravierend. Billigste Materialien und schlechte Verarbeitung sind es, die man für kleines Geld bekommt. Genauso viel, wie die Schirme kosten, taugen sie auch. Fast nichts.

Im Ergebnis blieb es sich für mich, ob ich einen teuren oder einen billigen Schirm hatte. Der Herbstwind machte sowieso jedem Modell schnell den Garaus und so beschloss ich in diesen 9 Jahren einfach, komplett schirmfrei zu leben und im Regen zu laufen. Dafür hatte ich schließlich einen guten Haarföhn.

Warum Geiz nicht geil ist

Inzwischen leben wir Menschen in einer Konsum- und Wegwerfgesellschaft. Wir freuen uns über Schnäppchen, tolle Angebote und reduzierte Preise. Wir kaufen lieber in großen Ketten und Mega-Konzernen, weil dort die Waren oft billiger erhältlich sind.

Auf kleinen Unternehmen lastet ein immenser Marktdruck. Um konkurrenzfähig zu sein, müssen sie ihre Preise drücken lassen, auf günstigere und weniger qualitativer Waren umsteigen. Doch im Internet gibt es alles billiger, kostet kaum noch Versand und oft sind die Artikel schon am Tag nach der Bestellung geliefert.

Diese Strukturen wirken sich nachhaltig auf die gesellschaftliche, aber auch auf die marktwirtschaftliche Entwicklung aus. Negativ! Konsumenten wird suggeriert:

“Geiz ist geil”

Wer bei großen Konzernen einkauft, um ein paar Cent oder Euro zu kaufen, trägt zur Abwirtschaftung bei. Kleine Geschäfte müssen schließen, große werden immer mächtiger. Umso mehr Macht große Konzerne haben, desto schlechter wird Qualität. Denn wer die Konkurrenz auf dem Markt ausgerottet hat, kann tun, was er will.

Preise rauf, Qualität runter, Gewinn rauf. 

Regenschirme sind ein gutes Beispiel. Warum sollte man für einen Schirm 40, 60 oder 80 Euro im Fachmarkt ausgeben, wenn es ein Modell für 5 Euro tut?

Es geht um Wertschätzung

Natürlich überlege ich mir, ob ich wirklich so viel Geld für einen Regenschirm ausgeben möchte. Ich lebe nicht in finanziellen Verhältnissen, wo ich mit Geldscheinen um mich werfen kann. Es tut mir aber nicht weh, mir EINMAL einen guten Schirm zu leisten, auf den ich aufpasse und der mir viele Jahre treue Dienste leistet.

Ein billiger Regenschirm kann das zwar auch, jedoch wird seine bescheidene Qualität dafür sorgen, dass ich nicht lange Freude daran haben werde. Die Folge: Jedes Jahr werde ich neue Regenschirme kaufen müssen.   Wenn ich mich dabei für billige Modelle entscheide, kaufe ich diese bei einem Großkonzern, dessen Macht ich regelmäßig unterstütze.

Entscheide ich mich für den Kauf in einem kleinen Schirmfachgeschäft, helfe ich dem Inhaber dabei, zu überleben und trage nachhaltig zur Existenzerhaltung bei. Ganz nebenbei bringe ich einem teuren Regenschirmmodell deutlich mehr Wertschätzung entgegen. Hege ich ihn gut, spare ich langfristig. Einen teuren Regenschirm verliert man nicht so schnell, wie einen, der nichts wert ist.

Kindern Werte vermitteln

Tagtäglich geht es in Familien darum, etwas zu kaufen. Lebensmittel, Kleidung, Spielwaren. Als Eltern können wir Vorbilder sein, unseren Kindern vermitteln, wie wichtig es ist, möglichst frei zu leben und wie wichtig es ist, auswählen zu können. Ihnen zu erklären, warum wir mit unserem Konsum- und Kaufverhalten unser Leben und die Gesellschaft gestalten.

Wenngleich der Schirm nur ein Beispiel ist. Es lässt sich in viele Bereiche des alltäglichen Lebens übertragen. Das Obst können wir von einem kleinen Gemüseladen beziehen. Die Holzbausteine von einem kleinen Betrieb, der in Handarbeit Spielzeug aus Holz herstellt.

Statt Low-Budget Kosmetik aus der Drogerie können wir wunderbare Kosmetik von kleinen Labels kaufen. Das muss nicht zwingend teurer sein, als Drogerie-Marken. Wir würden kleinere Marken unterstützen und unserer Haut in den meisten Fällen die bessere und gesündere Pflege zuteil werden lassen.

Mit jedem Shopping tragen wir aktiv dazu bei, das Überleben von kleinen Betrieben zu unterstützen oder zu beenden. Dabei sind es die kleinen Firmen, die Arbeitsplätze liefern, weil sie nicht die gesamte Produktion auf Maschinen umstellen (können).

Insgesamt sichern wir uns mehr Qualität in fast allen Bereichen unseres Lebens. Weniger Arbeitslosigkeit, bessere regionale Versorgung, hochwertigere Produkte, mehr Auswahl, mehr Markenvielfalt. Wenn Sie das nächste Mal einen Regenschirm kaufen, denken Sie an meinen Artikel. Es liegt an uns, ob wir unsere Kinder zu Konsumjunkies erziehen oder ihnen die Werte von Qualität und Nachhaltigkeit mit auf den Weg geben.

War früher wirklich alles besser

Und ja, früher war alles besser. So abgedroschen das klingen mag. Die Menschen waren in ihrem Leben bescheiden. Sparen lohnte sich. Obwohl die meisten früher weniger verdienten, aber mehr Kinder hatten, lebten sie glücklicher und sorgenfreier.

Ja, es gab andere Sorgen. Ja, es gab Arbeitslose und ja, es gab auch ärmere Familien. Dennoch waren sie zufriedener, hatten weniger Stress und weniger konsumbedingte Existenznöte und es gab sie, die Zeiten, in denen die Wirtschaft boomte und es der Gesellschaft gut ging. Zeiten, in denen gute Regenschirme keine Luxusartikel waren.

Wenn ich einmal reich wär (Sponsored Video)

Hat nicht jede Frau und jeder Mann schon mal darüber nachgedacht, wie es wäre, reich zu sein? Wollten wir nicht alle schon mal Lotto spielen und haben uns dabei ausgemalt, einen dicken Lottogewinn einzuheimsen? Wie würde sich dann das Leben verändern? Verändert Geld das Leben? Würden wir uns dann verändern? Geld alleine macht nicht glücklich. Aber ich bin davon überzeugt, dass Geld glücklich macht. Schließlich brauchen wir alle den schnöden Mammon, um das Dach über dem Kopf zu bezahlen, Lebensmittel und Kleidung zu kaufen und all die anderen Dinge für den täglichen Bedarf zu finanzieren.

Das Einkommen reicht oft nur für das Nötigste

Klar, Geld lässt sich durch Arbeit verdienen. Doch wenn wir mal ehrlich sind, reicht es in den meisten Familien nur für das Nötigste. Am Ende des Monats ist das Geld knapp, größere Anschaffungen wie eine neue Waschmaschine, ein neues Auto reißen Löcher ins Budget.

Hier und da sind einige kleine Extras oder ein Urlaub drin. Aber wie sieht es mit Träumen aus? Kann man sie mit einem durchschnittlichen Gehalt realisieren? Träume wie eine Weltreise, Auswandern, Hausbau oder vielleicht eine besondere Ausbildung, deren Kosten selbst getragen werden müssen?

Wie wäre es, wenn ich reich wäre?

Hin und wieder lasse ich Kopfkino zu. Lotto spielen, Jackpot knacken und einmal einen dicken Lottogewinn einfahren. Was würde ich mit diesem Geld anfangen? Ich habe viele Wünsche, die ich gerne realisieren möchte.

Dabei sind es nicht die luxuriösen materiellen Dinge, für die ich meinen Lottogewinn auf den Kopf hauen würde. Ich brauche keinen Ferrari, um mein Ego zu streicheln. Ich will nicht in einer edlen Villa wohnen, aber ich würde mich sehr freuen, nicht mehr in Europa zu leben. Unabhängig sein. Die eigenen Träume leben.

„Dreams are my reality“

Spontan in den Flieger setzen, um irgendwo auf dieser Welt einen Delphin in Freiheit zu sehen. Den Kinder nicht im Bio-Buch zeigen, das Giraffen einen langen Hals haben. Sondern nach Afrika fahren und Giraffen in ihrem natürlichen Habitat beobachten. Statt mit dem Auto sich durch die Stadt schieben, einfach mit dem Pferd die Straße für sich vereinnahmen. Einfach das Leben genießen und verrückte Sachen machen.

Welche Träume würde ich mir mit einem Lottogewinn erfüllen?

Ein Lottogewinn. Was würde ich damit machen? Spannende Frage. Haben Sie schon einmal ernsthaft darüber nachgedacht, was Sie mit einem großen Geldbetrag machen würden? Mit dieser Frage habe ich mich beschäftigt.

Berufliche Weiterbildung

Wie sieht´s aus mit dem Arbeiten? Würde ich meinen Job an den Nagel hängen, nur weil ich plötzlich nicht mehr für jeden Euro schuften müsste? Nein, das würde ich nicht. Denn ich liebe, was ich tue und ich mache es, weil ich es liebe.

Wäre ich reich, würde ich mich beruflich gerne fortbilden und endlich wichtige Seminare belegen, die mich weiter voranbrächten. Ich bin Perfektionistin und möchte meinen Job mit bestmöglicher Kompetenz erfüllen. Bislang funktionierte das nicht, denn die wichtigste Rolle in meinem Lebensind die Kinder.

Als verwitwete Mutter kann ich nicht wochenweise einfach zu Seminaren reisen. Mit einem Lottogewinn könnte ich mir jedoch Speaker ins Haus holen und tagsüber all das lernen, was mir bisher fehlt. Dass ein solches Privatseminar mehrere Tausend Euro pro Stunde kostet, wäre mir vollkommen egal, wenn ich reich wäre.

Berufliche Ziele verwirklichen

Außerdem ist es einer meiner großen Träume, Programmierer einzustellen, die den ganzen Tag nichts anderes zu tun hätten, als mir die schönsten und funktionalsten Websites zu erstellen.

Diesen Traum hege ich seit gut und gerne 10 Jahren, weil ich mich ehrenamtlich im Thema Menschenrechte engagiere und in diesem Themenbereich die Menschen kaum fundierte Informationen erhalten. Diese Herzensangelegenheit ist in meinem Leben absolut wichtig. Deshalb wäre dies das erste, was ich realisieren würde, wenn ich beim Lotto spielen Glück hätte.

Was tun mit einem Lottogewinn? Spenden?

Natürlich stelle ich mir auch die Frage, ob ich spenden möchte. Generell stehe ich dem Spenden sehr kritisch gegenüber, weil ich häufig zwar eine sehr hohe Spendenbereitschaft bei den Menschen sehe, aber ebenso oft auch beobachten muss, dass Spendengelder nicht in voller Höhe ankommen, wofür sie gedacht sind. Eine große Organisation zu unterstützen wäre nicht mein Fall. Viel lieber würde ich meine Hilfe und Unterstützung in kleine Projekte einbringen, an die sonst kaum jemand denkt.

Qualitätszeit mit der Familie

Ganz wichtig ist allem voran die Familie. Mit den Kindern würde ich gerne reisen, damit sie die Welt kennen und andere Sprachen besser lernen können. Die Träume meiner Kinder möchte ich erfüllen.

Sei es, dass die Tochter sich ein Pferd wünscht oder der kleine Sohn so gerne mehr von Lego Technik zusammenbauen mag. Noch mehr Privatunterricht und keine staatliche Schule stünden ganz oben auf meiner Wunschliste, die ich mit einem Lottogewinn realisieren würde. Denn Privatlehrer/innen erbringen bessere Leistung und gestalten den Unterricht ganz toll, weil sie ihr Geld nicht vom Staat erhalten – und etwas tun müssen für ihr Geld.

Da Essen im Leben eine große und wichtige Rolle spielt, ist ein Privatkoch ein ganz persönlicher Herzenswunsch. Einer, der die leckersten Gerichte zubereitet und dabei auf meine (nicht) schlanke Linie achtet.

Ich müsste nur …

… einmal Lotto spielen und dabei Glück haben. Dabei bin ich kein Glücksspieler. Doch vieles, wovon ich träume, ist bei einem normalen Einkommen einfach nicht möglich. Der TV-Spot von LOTTO24 gefällt mir deshalb so gut, weil er nicht auf ein Luxusleben in Saus und Braus abzielt, sondern zusammen mit dem Song zur großen Freiheit die Geschichte eines Mannes erzählt, der tut, was er will. Frei von Luxuslimousine, Designerklamotten und Dekadenz. Ein Leben in Freiheit – ganz nach dem Motto Dreams are my reality, wie damals in La Boum – Die Fete. Eins Geschichte zweier Jugendlicher, die ihre Träume lebten.

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