Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

Viele predigen, aber nur wenige halten, was sie reden. Es gibt Ausnahmen! Seit langer Zeit kenne ich eine Bloggerin. Seit einiger Zeit bin ich mit ihr befreundet. Eine Chaotin. So scheint es. Auf den ersten Blick. Doch ein Mensch der ersten Klasse. Nicht der Norm entsprechend und doch so zauberhaft. Ein Mensch, der es nicht leicht hat im Leben. Schicksalsschläge – und doch lässt sie sich davon nicht “klein kriegen”. Eine Frau, die Stärke beweist und des Kämpfens nicht müde wird. Für mich eine Heldin. Eine, auf die der Spruch “Es gibt nichts Gutes, außer man tut es” absolut zutrifft. Eine Alltagsheldin. Eine, die mit kleinen Dingen glänzt. Während andere Großes verkünden. Um es nicht zu halten.

Meine Heldin, eine Lebensretterin

Fast tagtäglich begegnen uns bei der Autofahrt tote Tiere. Tiere, die aus Versehen unter die Räder kamen. Kröten, Katzen, Hasen, Igel. Achtlos fahren wir dran vorbei. Doch da ist meine Heldin. Eine Heldin, die nicht achtlos ist. Aufmerksam ist sie.

So lief ihr dieser Tage ein Igelchen über den Weg. Ein Igel, der in Not geraten ist. Krank wirkte er. Krank und hilflos. Meine Heldin nahm sich des Igelchens an, nahm ihn mit nach Hause, um ihn dort notdürftig zu versorgen. Etwas Katzenfutter und ein homöopathisches Mittel gegen Schnupfen. Denn das Igelchen nieste. Es war krank.

Igel stehen unter Naturschutz und dürfen nicht einfach so mitgenommen werden. Dessen gewiss wählte meine Freundin die Nummer des Tierschutzes und bat um Hilfe für den kleinen Igel. Es dauerte einige Stunden, bis der Tierschutz den hilfsbedürftigen Igel bei der Frau abholten, um ihn zum Tierarzt zu bringen.

Der in Not geratene Igel sollte medizinische Hilfe bekommen, die er dringend benötigte, wie sich später herausstellte. Denn das Tierchen hatte eine Lungenentzündung und hätte diese wohl nicht überstanden, wenn nicht eben meine Alltagsheldin sich des kleinen Tierchens in Not angenommen hätte.

Vom Tierschutz bekam sie die Telefonnummer des Tierarztes, zu dem der Igel gebracht werden sollte. Sie rief dort mehrfach an, um sich über das Ergehen des Igelchens zu erkundigen. Das Tier wird derzeit mit Antibiotika behandelt und aufgepäppelt, damit es bald wieder in die Freiheit entlassen werden kann.

Es gibt nichts Gutes – außer man tut es

Diese Frau, meine Alltagsheldin, hat mir wieder einmal gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir Menschen nicht immer nur an uns selbst denken. Es ist wichtig, ungeheuer wichtig, mit offenen Augen durch das Leben zu gehen. Uns gewissenhaft vor Augen zu führen, wo echte (!) Not herrscht und wo wir helfen können. Schnell. Unkompliziert. Verantwortungsbewusst. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

Doch bevor man hilft, sollte man eins: Das Gehirn einschalten. Denn es geht nicht nur um Hilfe. Es geht um richtige Hilfe. Hilfe mit Verstand! So, wie bei dem kleinen Igelchen, das wahrlich in Not geraten war und wirklich Hilfe bedurfte.

Der Missbrauch von “Hilfe”

Vor nicht allzu langer Zeit predigten uns die Politiker, man bräuchte eine “Kultur des Hinschauens“. Ja, Hinschauen ist wichtig. Doch nur, wenn der Fokus auch stimmig ist. Wenn mit Weitblick überdacht wird, was das eigene Handeln für Folgen mit sich bringt.

Konkret bezogen sich die Politiker auf Kinder in angeblichen Notsituationen. Eltern, die ihre Kinder misshandeln. Kinder, deren Kindeswohl nicht gewährleistet sein soll. Weil Eltern nicht den ganzen Tag zu Hause sind. Weil Eltern mal “Fünfe gerade sein lassen” und ihre Kinder nach draußen zum Spielen lassen. Kinder mal schmutzig sind und in zerrissenen Hosen über den Spielplatz toben.

Doch mal ehrlich, Frauen. Sind diese Kinder in Not? Sind das Gründe, um Melder zu werden und das Jugendamt auf diese “verwahrlosten” Kinder aufmerksam zu machen? Oder handelt es sich um eine ganz normale Familie? Kinder, die noch solche sein dürfen? So richtig mit Toben und Spielen. Kinder, die ein anderes Lebenskonzept als Förderung und noch mehr Förderung in ihrem jungen Leben erfahren? Kinder, deren Terminkalender nicht voller ist, als jener eines Top-Managers? Kinder, die sich in ihrer Kindheit austoben und unbeschwert dem Leben entgegenblicken dürfen? Kinder, deren Eltern als Multijobber vielleicht das Familieneinkommen erarbeiten müssen.

Mein Anliegen: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

Zählen Sie zu jenen Menschen, die das Motto “Es gibt nichts Gutes, außer man tut es” wirklich verfolgen? Oder zählen Sie zu jenen, die als Gutmensch Wein predigen und Wasser saufen? Gehören Sie zur Sorte Mensch, die lieber monatlich an den Tierschutzverein spenden, anstatt einen in Not geratenen Igel von der Straße aufzulesen und dem flohbefallenen Tierchen erste Hilfe zu leisten? Ihm ein Handtuch zu opfern, ihn als Ersthelfer aufzupäppeln? Ihm Obdach zu gewähren, anstatt das Gewissen mit einer monatlichen Spende an den Tierschutzverein “rein” zu waschen? Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!

Helfen Sie lieber einem Igelchen, das in Not geraten ist, als sich zum Handlanger von Menschenrechtsverbrechen zu machen, nur, weil es besser klingt, sich zu einer heuchlerischen “Kultur des Hinschauens” zu bekennen. Treten Sie mit geballter Kraft der EU in den Arsch – so, wie ich und meine Alltags-Heldin es auch tun! Wehren Sie sich gegen falsche Normen und kranke Gesetze. Denn irgendwann werden auch Sie ein Mensch sein, der nicht mehr in die EU-Norm passt!

Liebe Manuela, bitte entschuldige, dass ich dein Igel-Bild “geklaut” habe. Doch du bist meine Alltags-Heldin und hast dir in meinem Herzen und auf diesem Blog einen ganz besonderen Platz verdient. Und niemand anderes, als “dein” Igelchen könnte besser für deine tolle Hilfe Pate in diesem Artikel stehen. 😉

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