Feige sein ist keine Option

Verliebt – und jetzt? Die Schmetterlinge fliegen. Und sie stellen die Welt auf den Kopf. Das ist alles nicht so einfach. Entscheidungen, die weh tun. Entscheidungen, die ich nicht treffen will. Nicht jetzt und schon gar nicht hier. Nicht zu diesem Zeitpunkt. Nicht inmitten eines Kriegsgebiets. Die Schmetterlinge werden aufmüpfig. Keine Gnade. Ihre sanften Flügel haben mich aus der Bahn katapultiert. Meinen Verstand ausgeschaltet. Mein Herz geraubt. Ich hab mich verloren. Diese Mistviecher. Gefühlte 3 Galaxien liegen zwischen uns. Du gerade ganz weit weg. Ich hier. Während du schläfst, liege ich wach. Während ich arbeite, denk ich nur an dich. Ich fabriziere Mist und grübele, wie ich dem entfliehen kann. Eigentlich will ich dir entfliehen. Um zurück auf meine Bahn zu kommen. Doch diese Mistviecher.Schmetterlinge machen mir einen Strich durch die Rechnung. Meine schärfste Waffe – haben sie mir einfach geklaut. Eine Millionen Gedanken kreisen in mir. Wie werde ich das alles wieder los? Ich will feige sein. Mich nicht mehr einlassen. Mein Innerstes schützen. Deins auch. Oder will ich doch nicht feige sein?

Was ist wenn…

… wir uns gegenüberstehen. Der Rausch zerbricht. Mit einem Mal. Verliebt sein ist so schön. Dich zu vermissen die bittere Pille, die ich zu schlucken habe. Selbst schuld. Mitkommen. Mitkommen wäre eine Option gewesen. Doch davor die Entscheidung. Die, die nicht auf die Schnelle getroffen werden konnte. Das Loslassen. Mit einem Mal. Das muss reifen. Sie reift heran. Feige sein erlaubt. Noch eine Weile. Deine Worte sind großartig. Die richtigen. So, wie dein Respekt. Du hast es ebenfalls nicht leicht. Du willst nicht feige sein. Du willst zu mir. Dich hindert nichts, wo ich auf der Bremse stehe. Auf der Bremse stehen muss.

Über die eigenen Entscheidungen kann ich nicht hinweggehen. Nicht einfach so. Auch das muss reifen. Ich gehe ein großes Risiko ein. Sich erst irgendwann gegenüberstehen. Bis dahin so viele Federn gelassen. Die Schmetterlinge im Bauch leisten ganze Arbeit. Steter Tropfen höhlt den Stein. Sie tragen mich. Von dort zu dir. Sie helfen mir über einen langen Weg, der nun abgekürzt werden muss.

Das alles. Zum falschen Zeitpunkt. Den haben wir und nicht ausgesucht. Es ist, wie es ist. Wir haben uns verliebt. Sind klug genug, dies nicht zu verhindern. Der größte Schritt steht uns noch bevor. Die Begegnung. Lampenfieber. Werden wir uns riechen können? Dafür wird hoffentlich mein Alien sorgen. Mein geliebter Begleiter. Mein Retter in der Einsamkeit. Mein Beistand in der Trauer. Meine Sonnennoten, wenn es dunkel ist. Meine Flügel, wenn ich falle.

Wie leicht wäre es gewesen, sich erst gegenüberzustehen. Das Knistern gemeinsam zu entfachen. Nicht du dort. Nicht ich hier. Jetzt will ich es mir leisten, feige sein zu dürfen. Noch eine Weile. Eine Zeit, den süßen Schmetterlingsflug zu genießen und an ihm zu leiden. Ein Gefühl, das zeigt: Nur Kopf ist der falsche Weg. Kopf macht mich aus. Aber nicht nur Kopf. Herz. Ich habe mein Herz zu vergeben. Eine tiefe Ehrlichkeit, der du dir sicher sein kannst. Auf die Verlass ist. Uneingeschränkt.

Die Lüge ist mein Feind. Lügen verletzen. Messerscharf. Sie haben meinen Weg gesäumt. Sie lassen mich zweifeln. Risiko eingehen? Feige sein? Feige sein ist keine Option.

Wenn das Herz den Verstand überholt…

… dann ist die Entscheidung getroffen. Fast. Die Zeit hat mir geholfen. Die Schmetterlinge haben mich getragen. Zu dir. Mein Herz geraubt – es einfach entführt. Es ist auf Reise. Mit dir in Hamburg. Und wo du sonst so bist. Jetzt. Du gehst mir unter die Haut. Nicht mehr aus dem Kopf und mein Herz ist schon längst dein Begleiter. Gegen meinen Verstand. Lass mich noch ein wenig feige sein. Ich will mir sicher sein, nicht das Falsche zu tun.

Sei bei mir, wenn mir das Herz schwer wird. Mir die Nerven durchgehen. Meine Finger nur Kauderwelsch fabrizieren. Meine Kunden mich retten müssen. Ich nicht mehr arbeiten kann. Wortsalat. Buchstabensalat. Meine Augen nicht strahlen.

Bleib an meiner Seite. Aus der Ferne. Und doch so nah. Bleib bei mir, damit ich nicht kippe. Nicht den Mut verliere. Nicht einen Schritt zurück, sondern nur nach vorne gehe. Während ich laufe, muss ich meine Wunden lecken und über Scherben gehen. Meine großen Schritte auf dich zu sind reinen Herzens. Jedoch nicht ohne Zweifel. Nicht ohne Furcht. Nicht ohne Schmerz. Ich hab verloren, was du niemals gefunden.

Das Wertvollste, was ich dir schenken kann, sind ehrliche Worte. Falsche Versprechungen, falsche Hoffnungen sind nicht mein Stil. Bleib an meiner Seite. Steh mir bei. Und pflastere mir den Weg, auf dem ich laufen kann. Dann ist feige sein für mich keine Option.

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