Frau ohne Schuhtick?

Jede Frau hat einen Schuhtick! Vorurteile sind ja so herrlich. Weil sie immer darauf aufbauen, dass eine bestimmte Gruppe sich an bestimmte Regeln hält. So ist das mit uns Frauen und dem Schuhtick. Den haben wir angeblich alle. Bei uns sollen sich Damenschuhe ja stapeln. Wo jeder Mann sein gesamtes Schuhwerk problemlos vor einer Tür, unter einer Heizung oder unter seiner Betthälfte abstellen kann, belagert die Schuhparade der Frau den übrigen Wohnraum.

Schränkeweise reihen sich Pumps, Ballerinas und High Heels aneinander und im Grunde braucht jedes weibliche Wesen eine Lagerhalle, um ihren gesamten Fußschmuck unterzubringen. Das ist also die Regel – aber neben dieser gibt es doch hin und wieder eine Ausnahme. Eine solche bin ich! Obwohl ich schon ein kleines Vermögen (dazu komme ich später noch) für den Schuhkauf ausgeben habe, bin ich glücklich, dem Schuhtick nicht erlegen zu sein, sondern mich nur auf den tatsächlichen Bedarf zu konzentrieren.

Schuhe kaufen (m)eine pragmatische Angelegenheit

Das mit dem Shoppen ist bei mir so eine Sache. Wo andere Frauen größte Wonnen empfinden, wenn sie taschenbeladen durch die Stadt flitzen, von einem Geschäft in das nächste, geht mir nur ein Gedanke durch den Kopf.

“Hab ich endlich alles was ich brauche und kann ich jetzt nach hause?”

Das Bummeln durch die Regale der Mode- und Schuhläden liegt mir so gar nicht. Die Füße schmerzen, der Rücken hat auch keine Lust und schwere Einkaufstaschen auf den Schultern oder in den Händen sind mir ein Greuel. Selbst, wenn es um meinen Heiligen Gral, Parfüm, geht, plagen mich schon nach wenigen Minuten in den edelsten Parfümerien Fluchtgedanken. Anders, als andere Frauen, bin ich für exzessive Shoppinghauls einfach nicht gemacht. Bei mir ist der Schuhkauf, ebenso wie jeder andere Einkauf eine kurze, pragmatische Angelegenheit, die so aussieht:

  • rein ins Geschäft
  • optischen Radar einschalten
  • Regale binnen Sekunden scannen
  • Kaufobjekt fokussieren und ansteuern
  • Blick auf den Preis und die Schuhgröße werfen
  • exakt ein Paar Schuhe anprobieren
  • Entscheidung treffen (kaufen – ja oder nein)
  • Schuhpaar schnappen zur Kasse
  • bezahlen
  • raus aus dem Geschäft & ab nach Hause

So kann man natürlich wirklich keinen Schuhtick ausleben und es ist sehr passend, dass ich keinen habe. Gekauft wird also nur, was wirklich benötigt wird.

Schuhe – nur noch online!

Seitdem ich Internet habe, hat sich mein Kaufverhalten grundlegend geändert. Das gilt inzwischen in nahezu jedem Lebensbereich und natürlich auch für Schuhe. Ob das nun Schuhe für die Kids oder Damenschuhe für mich sind, bevorzuge ich das das Onlineshopping.

Zu jeder Tageszeit, bevorzugt abends, wenn die Kids im Bett sind, der Haushalt erledigt und alle Arbeit geschafft ist, tummele ich mich privat im WWW. Es macht mir Spaß, mich über neue Trends und angesagte Modelooks zu informieren oder mir die Seiten einiger Bloggerkolleginnen anzusehen, was die neuen Must Haves für uns Frauen sind.

So bin ich auch irgendwann mal auf die Schuh-Helden gestoßen, die Damenschuhe, Herrenschuhe und Kinderschuhe verkaufen, aber auch Taschen sowie Rucksäcke und vor allem eins: Schuhe in Übergrößen. Denn dadurch wird für mich der Schuhkauf für die gesamte Familie super praktisch, weil der große Sohn nicht nur monatlich neue Treter braucht, sondern die auch noch in Größe 50 benötigt. Die Schuh-Helden machen es mir also beim Schuhshopping echt einfach, schließlich kann ich mit einem Abwasch den gesamten Schuhbedarf der Familie abdecken.

Auch ohne Schuhtick “Schuhmillionärin”

Es ist nun ungefähr ein Jahr her, als ich wieder einmal auf Schuhsuche war. Die Tochter brauchte neue Straßenschuhe, der kleine Sohn neue Sportschuhe und der große Sohn welche für die Arbeit. Dabei waren es gerade einmal zwei Wochen her, als das Mädchen die letzten Freizeitschuhe bekam.

Ich machte mir die Mühe, zu überschlagen, wie viele Schuhpaare ich eigentlich so kaufen würde, bis die Kinder aus dem Haus sind. Es hat mich fast aus den Pantoffel geworfen. Pro Kind kauft man als Vater oder Mutter von Geburt bis zum 18. Geburtstag etwa 226 Paar Schuhe.

Eigene Herren- oder Damenschuhe noch nicht mit eingerechnet und auch nicht jene Schuhpaare, die man anschafft, nachdem die Kids 18 wurden. Denn sogar dann bleibt der Schuhkauf allzu oft an Mutti hängen. Grob überschlagen sieht meine Schuhkauf-Bilanz der letzten 20 Jahre aktuell wie folgt aus:

  • 80 x Damenschuhe
  • 20 x Herrenschuhe
  • 258 Schuhpaare Kind 1
  • 130 Jungenschuhe Kind 2
  • 114 Mädchenschuhe Kind 3

Zusammen macht das etwa 602 Schuhpaare, für die ich etwa 40.100 Euro aufgegeben habe. Ein stattliches Sümmchen, angesichts dessen ich froh bin, keinen Schuhtick zu haben. Schließlich muss der auch bezahlt werden können ;-)

Immerhin: mein Mann war mit gut 20 Paar Herrenschuhen derjenige, der am wenigsten Schuhpaare sein eigen nennt und obwohl ich im Vergleich mit anderen Frauen lediglich 4 Paar Damenschuhe pro Jahr shoppe, übertreffe ich meinen Mann mit satten 400 %!

Jedenfalls kann ich inzwischen allzu gut verstehen, warum die Männer über uns Frauen und die Sucht nach endlos vielen Schuhen so ihre Witze machen. Ach ja, nur der Vollständigkeit halber: während ich diesen Artikel niederschrieb, habe ich mal wieder zugeschlagen und die nächste Schuhbestellung für die gesamte Familie aufgegeben ;-) – Birkenstock Schuhe.

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