Mit E-Zigarette zum Nichtraucher?

Inzwischen haben es Raucher schwer. Sie werden gesellschaftlich geächtet und massiv angegriffen. Mir persönlich ist das recht egal, weil ein ganz großer Teil der Gesellschaft mich schlichtweg gern haben kann. Aber das ist ein anderes Thema. Jedenfalls: ich rauche seit vielen Jahre und nun will ich mir das Rauchen abgewöhnen. Gelingt es mir, mit der E-Zigarette zum Nichtraucher zu werden?

Warum rauche ich eigentlich?

Dies ist bisher mein erster Versuch, zum Nichtraucher zu werden. Bisher war ich als Genussraucherin unterwegs, was mir das Aufhören einerseits leicht, andererseits auch sehr schwer macht. Theoretisch weiß ich, dass Rauchen schlecht für die Gesundheit ist, noch dazu viel Geld kostet und an sich nur Nachteile mit sich bringt.

Es gibt aber eben doch Vorteile. Für mich ganz persönlich. Mir schmeckt der Glimmstängel und er verhilft mir zur Kreativität. Für Nichtraucher kaum verständlich, aber nur, wenn ich die Kippe zwischen die Finger geklemmt habe, kann ich effektiv arbeiten.

Mit dem eigenen Rauchverhalten habe ich mich lange auseinandergesetzt. Mein Mann, ein absoluter Suchtraucher, nörgelt ständig rum, dass ich jede Kippe nach der Hälfte ausmache und sie sogar meistens verqualmen lasse, ohne dass ich regelmäßig daran gezogen habe.

Sobald ich erste Anzeichen davon habe, dass ich krank werde, rühre ich keine Zigarette mehr an und wenn ich keine Lust habe, kann ich tagelang nicht rauchen. Man sollte meinen, es fiele mir leicht, diese Unsitte einfach ganz bleiben zu lassen. Irrtum. Was so einfach klingt, ist mir seit 26 Jahren unmöglich. Weil mir letztlich etwas fehlen würde.

Die E-Zigarette soll mir dabei helfen

Menschen, die nicht rauchen, können natürlich nicht verstehen, warum man als Raucher den Griff zur Kippe nicht einfach lassen kann. Auch, wenn kein Raucher es gerne zugeben will: das Rauchen ist eine Sucht. Es spielt keine Rolle, ob man körperlich oder psychisch abhängig ist. Warum man raucht, kann vielerlei Gründe haben. Bei mir kann ich keinen wirklichen Grund benennen. Klar, man kann viele Begründungen vorschieben, warum man sich dieser Sucht hingibt. Sei es

  • das Spielen der Kippe zwischen den Fingern
  • die Pause, die man mit der Fluppe erlebt
  • die Nikotinversorgung bei der körperlichen Abhängigkeit
  • die beruhigende Wirkung, wenn es stressig wird
  • der Anker für mehr Konzentration und Kreativität
  • vielleicht auch der Geschmack – den mir schmeckt´s ja

oder einfach die Geselligkeit, die es im Raucherkreis gibt. Letztlich spielt es keine Rolle, denn ohne Frage: es ist aus vielen Gründen besser, zum Nichtraucher zu werden.

Schon längere Zeit verfolge ich den Hype um die E-Zigarette. Es klingt einfach zu gut, dass dieses elektrische Lifestyleprodukt dabei helfen soll, zum Nichtraucher zu werden. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass man über das Dampfen dem Rauchen entsagen können soll. Man hörte auch von explodierenden Dampfern und bedenklichen Substanzen.

Klang fast so, als wäre das Zigarettenrauchen nicht wirklich gefährlicher. Also entschloss ich mich, nicht dem Hype um die elektrische Flippe zu unterliegen. Doch nun sieht das anders aus. Ganz so neu ist das elektrische Rauchen nicht mehr und es sollen in den letzten beiden Jahren viele geschafft haben, sich das Rauchen abzugewöhnen.

Es war mein großer Sohn, der mir von einer Arbeitskollegin berichtete, die 24 Jahre Raucherin war und durch das Dampfen innerhalb von 3 Monaten von der Kippe wegkam. Das war nochmals etwas anderes, als einfach nur irgendwelche Berichte in den Medien zu hören oder zu lesen.

Es gibt also Menschen, die man um ein paar Ecken herum “kennt”, die über ihre Erfolgserlebnisse mit der E-Zigarette berichten können. Kurzerhand folgte meine Entscheidung, mir auch einen elektrischen Verdampfer und ein paar Liquids zu besorgen, um das Dampfen zu probieren.

Meine ersten Versuche als Dampfer

Wenn ich etwas Neues ausprobiere, tue ich dies meist, ohne mich vorher umfassend zu informieren. Gerne möchte ich meine eigenen Erfahrungen sammeln und wirklich probieren. Deshalb habe ich mir ohne große Vorbereitungen ein Starterset mit E-Zigarette bestellt und damit ich gleich loslegen kann, einige Liquids dazu.

Auf die Ankunft war ich sehr gespannt, denn zum ersten Mal habe ich etwas getan, was für mich bis dahin undenkbar war. Mein Vorrat an Zigaretten wurde nämlich nicht mehr rechtzeitig aufgestockt und ich hatte vor, spontan auf richtige Ziggis verzichten und nur noch Dampfen. Geplant war: sobald mein neues Lifestyleprodukt ankam, würde ich keine normalen Zigaretten mehr konsumieren.

Nachdem dann mein Starterset ankam, war schnell – innerhalb der ersten Stunde – klar, dass der Versuch so nicht funktionieren würde. Weil nämlich das Rauchen bei der E-Zigarette ganz anders ist, als das einer normalen Zigarette. Das fängt bei der Form und beim Gewicht an, geht über die Art und Weise der Bedienung bis hin zum Gefühl im Mund, das sich gravierend unterscheidet.

Ganz so einfach scheint die Umgewöhnungsphase also doch nicht zu sein. Aber es wäre auch fast schon ein Wunder, wenn man so viele Jahre Raucherdasein von jetzt auf gleich beenden könnte. Jedenfalls möchte ich hier über meine Fortschritte, vielleicht auch über meine Rückschritte berichten, die sich bei meinem ersten Versuch “Rauchen abgewöhnen” zutragen.

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