Raucherentwöhnung durch E-Zigarette – gute Chancen?

Kann man sich durch´s Dampfen Rauchen abgewöhnen? Wie gut stehen die Chancen bei der Raucherentwöhnung durch die E-Zigarette? Mit dieser Frage beschäftige ich mich bereits seit geraumer Zeit. Und heute möchte ich von meinen Erfahrungen mit meiner ersten elektrischen Zigarette berichten.

Rauchen ist schädlich! Warum rauchen Raucher trotzdem?

Wer noch niemals an einer Zigarette gezogen oder aber zumindest nicht vom Rauchen abhängig ist, kann gewiss nicht verstehen, warum man von Kippen süchtig werden kann. Jeder Raucher weiß, dass Zigarettenkonsum schädlich ist und noch so manch andere unangenehmen Begleiterscheinungen mit sich bringt. Selbst Warnhinweise und Bilder von schwarzen Lungen helfen kaum dabei, hartgesottene Raucher vom Rauchen wegzubringen und eine Raucherentwöhnung zu schaffen.

Rauchen abgewöhnen ist eine schwierige Angelegenheit, weil der Körper an die regelmäßige Belieferung mit Nikotin gewöhnt ist und der Kopf ebenfalls eine Abhängigkeit entwickelt. Die Chancen, vom Glimmstängel wegzukommen, sind nicht so rosig, selbst mit teuren Nikotinpflastern oder Nikotinkaugummis ist die Erfolgsquote nicht wirklich hoch.

Rückfälle sind quasi vorprogrammiert. Zumindest in gewissen Situationen, wie etwa, wenn man in geselliger Runde mit aktiven Rauchern sitzt oder man Stress hat. Die E-Zigarette soll dagegen trotz aller Unkenrufe zum Trotz eine deutlich bessere Erfolgsquote darstellen, wenn man sich für die Raucherentwöhnung entschieden hat.

Warum fällt das Aufhören so schwer?

Inzwischen gibt es Studien, die sich mit der Raucherentwöhnung beschäftigen und konkrete Zahlen benennen. Das ist die Theorie, die mich aber nur am Rande interessiert. Viel mehr habe ich meinen eigenen Zigarettenkonsum hinterfragt und mich in den letzten Wochen dabei beobachtet, in welchen Momenten ich zur Kippe greife und was das mit mit macht.

Als starke Raucherin, noch dazu Dreherin, kann ich meinen konkreten Tabakbedarf bzw. Zigarettenkonsum gar nicht in Zahlen ausdrücken. Allerdings zähle ich zu jenen, die viel rauchen.

Klassische Situationen, in denen ich zur Kippe greife:

  • morgens beim 1. Kaffee
  • vor jedem Kaffee
  • nach jedem Kaffee
  • bei jedem Telefonat
  • bevor gegessen wird
  • nach jedem Essen
  • vor dem Duschen
  • nach dem Duschen

So könnte ich ewig weiter aufzählen. Aufgefallen ist mir dabei, dass es ganz viele Kippen “davor” und “danach” gibt. Mein Zigarettenkonsum ist also im Laufe der Jahre zum Ritual geworden, um Dinge zu beginnen und Dinge zu beenden.

Ganz wichtig sind mir die Zigaretten, die ich während der Arbeit wegziehe. Da ich zuhause arbeite, kann ich hemmungslos qualmen. Niemand stört es und wenn ich das Fenster neben dem Schreibtisch geöffnet habe, nicht einmal mich selbst.

Denn eine vollgequalmte Bude finde ich echt furchtbar. Jedenfalls: sobald ich meine Artikel schreibe, greift meine linke Hand automatisch zu einer Fluppe, die rechte zum Feuerzeug. Brennt der Glimmstängel, ist das Arbeiten eröffnet und die Konzentration nebst Kreativität angeschaltet.

Inwieweit ich auch eine körperliche Abhängigkeit zu Nikotin ausgebildet habe, kann ich nicht sagen. Geht´s mir schlecht (z. B. Grippe, Kopfschmerzen oder so etwas), schaffe ich es problemlos, zwei oder drei Tage gar nicht zu rauchen.

Jedes Mal überlege ich: “Wäre das nicht die perfekte Chance, mir das Rauchen abgewöhnen zu können?” – Klar, jedes Mal beantworte ich die Frage mit einem eindeutigen Ja, aber was machen meine Finger? Sie greifen wieder zur Fluppe. Spätestens, wenn ich mich an die Arbeit begebe, weil ohne die Kippe in der Hand kein Flow da ist.

Bei mir scheint es fast so, als könne mir kein Nikotinpflaster und kein Nikotinkaugummi bei der Raucherentwöhnung helfen. Nikotinkaugummis schmecken scheußlich und ich finde sie eklig. Hinzu kommt, ich habe nicht den Eindruck, als sei die körperliche Abhängigkeit mein Problem, sondern eher die Rituale, die mit dem Zigarettenkonsum bei mir einhergehen.

Wie hilft die E-Zigarette bei der Raucherabgewöhnung?

Einfach nur den Glimmstängel gegen die E-Ziggi tauschen und schon ist man Nichtraucher – so einfach ist das nicht. Das Rauchen ist mit wertvollen Ritualen behaftet, die sich nicht von jetzt auf gleich in Luft auflösen.

Rituale müssen ersetzt werden

Meine Erfahrungen zur Raucherentwöhnung mit der E-Zigarette sind noch nicht allzu üppig. Trotzdem reichen sie, um meine ersten Eindrücke zusammenzufassen. Will man sich das Rauchen abgewöhnen, sind es gleich mehrere Dinge, die man bewerkstelligen müsste. Einerseits fällt das vertraute Gefühl weg, welches beim Zigarettenkonsum zur Routine wird:

  • Das Spielen mit dem Feuerzeug in den Händen.
  • Das Bewegen der Zigarette zwischen den Fingern.
  • Das Abstreifen der Glut im Aschenbecher.
  • Das Ausdrücken der Zigarettenkippe.
  • Das Spielen mit der Zigarettenschachtel.

Andererseits wird auch auf das Nikotin verzichtet, wenn man ohne Hilfsmittel sich das Rauchen abgewöhnen will. Der körperliche Entzug vom Nikotin scheint bei der Raucherentwöhnung das kleinste Problem zu sein, denn dies kann mit Nikotinpflaster oder Nikotinkaugummi gelindert werden.

Bei der E-Zigarette kann man Liquids verwenden, die Nikotin enthalten. Das soll weniger schädlich wie beim richtigen Zigarettenkonsum sein. Schlimmer noch als der körperliche Nikotinentzug ist demnach also das Loslassen von lieb gewordenen Ritualen.

Hierbei sehe ich persönlich große Chancen, dass die E-Zigarette einen gewissen Ersatz leisten kann. Zwar unterscheidet sich meine E-Ziggi Kanger Evod 2 komplett von einer normalen Tabakzigarette, aber mit ein wenig gutem Willen kann man die eigenen Rauchrituale modifizieren und an die elektrische Zigarette anpassen.

Neue Rituale finden, alte loslassen: Ankern!

Mir fällt das in einem Punkt derzeit noch besonders schwer. Wenn ich nämlich am Computer arbeite (und das tue ich viele Stunden am Tag), ist es das Größte für mich, dabei eine Zigarette zwischen den Fingern zu halten.

Mit der Elektrozigarette geht das nicht. Weil sie zu groß und zu schwer ist. Ansonsten bedeutet auch das Ziehen en der E-Ziggi eine Umstellung und solche Dinge wie Glut abstreifen oder Kippe ausdrücken fällt weg.

Mir fehlte das alles ganz arg. Ich erinnerte mich an ein Buch, “Der Frosch auf der Butter“. Meine erste Lektüre über NLP, das Neurolinguistische Programmieren. Mit dieser Methode kann man recht einfach lernen, den inneren Schweinehund zu überlisten, alte Gewohnheiten abzulegen und bei Bedarf durch bessere Rituale zu ersetzen.

Unschöne Angewohnheiten sind im Gehirn verankert und deshalb spult man viele schlechte Programme aus dem Unterbewusstsein automatisch ab. Durch das gezielte Setzen neuer Anker kann man neue Gewohnheiten verankern, um sie schneller zu verinnerlichen. Genau das mache ich jetzt im Rahmen meiner Raucherentwöhnung. Wie das Ankern funktioniert, fasse ich in einem weiteren Artikel zur Raucherentwöhnung zusammen.

Bisherige Erfahrungen mit dem Dampfen

Es sind jetzt 5 Tage, seitdem ich meine Raucherentwöhnung eingeleitet habe. Ich mache mir nichts vor; die Erfolgsquote bei den meisten Rauchern ist nicht allzu gut. Deshalb habe ich mich für den Weg entschieden, von dem ich glaube, dass er der richtige für mich sein wird.

Anders als viele Raucher komme ich gut damit klar, wenn ich mal keine Zigarette in greifbarer Nähe habe. Anzeichen eines körperlichen Entzugs vom Nikotin glaube ich nicht zu haben. Eigentlich sollten starke Raucher Liquids mit Nikotin verwenden und dieses dann allmählich niedriger dosieren.

Von 5 Liquids habe ich 4 ohne den Zusatzstoff bestellt und die niedrigste Dosierung beim Nikotingehalt gewählt. Ich erlaube mir jedoch, zwischendurch auch zur normalen Kippe zu greifen, denn ich will mir nicht mit brachialer Gewalt das Rauchen abgewöhnen – von heute auf morgen. Denn das ist für mich kein Weg, den ich gehen möchte.

Mein Vorhaben war es, nach und nach meinen Zigarettenkonsum zu drosseln und so schrittweise auf die E-Zigarette umzusteigen. Dann sind die Chancen gut, dass ich in einer absehbaren Zeit das richtige Rauchen bald vollständig einstellen werde. Das Ankern ist ab dem ersten Tag ein wichtiges Element und bislang klappt alles besser, als ich erwartet hätte. Und so läuft es:

  • Ich greife viel weniger zu Kippe und Dampfer, mein Körper bekommt momentan nur noch einen Bruchteil vom Nikotin ab, wie es bisher bei meinem “normalen” Zigarettenkonsum war.
  • Am 1. Tag des Dampfens habe ich eine Zigarettenschachtel mit 19 Kippen geöffnet. 3 sind noch drin. An Tag 5. Früher: Halber Tag – Schachtel leer.
  • Das Liquid mit Nikotin ist noch verschlossen!
  • Wenn ich dampfe, ziehe ich nicht über Lunge – ich paffe also nur noch!

Erreichte Ziele fordern es ja quasi heraus, neue Ziele abzustecken. Darum meine neue Zielsetzung bei der Raucherentwöhnung:

  • Nur noch Vorräte an Zigaretten (3 Stück) und Tabak (1,5 Päckchen) rauchen.
  • Keine neuen Zigaretten und keinen neuen Tabak mehr kaufen.
  • Bis zum Aufbrauchen den Zigarettenkonsum weiter reduzieren.
  • Aschenbecher und Feuerzeuge in eine Kiste packen.
  • Nur noch dampfen.
  • Beim Dampfen wenn möglich auf das Nikotin auch weiterhin verzichten.

Das Dampfen soll lediglich ein Hilfsmittel beim Rauchen abgewöhnen sein. Langfristig will ich keine Ersatzbefriedigung darin finden. Mit ist zwar immer noch bewusst, dass die Erfolgsquote nicht die beste ist, aber meine Chancen stehen gut und ich will ernsthaft diesen ersten Versuch der Raucherentwöhnung durchziehen und mich auch von der E-Zigarette lösen, sobald ich mich gefestigt fühle und kein Bedürfnis mehr verspüre, zur Zigarette zu greifen.

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