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Alle Männer sind potenzielle Vergewaltiger

Im Hamburger Abendblatt war am 08.01.2015 diese Schlagzeile zu lesen:

“Alle Männer sind potenzielle Vergewaltiger”

So verlautet von Hamburger Grünen-Vize Michael Gwosdz, der sich via Twitter äußerte zu den massiven Angriffen in der Silvester-Nacht ins Jahr 2016. Es kam auf diversen deutschen Bahnhöfen zu zahlreichen  Überfällen, sexuellen Nötigungen und zumindest einer Vergewaltigung. Hunderte oder gar Tausende von Männern sollen sich zeitgleich in Köln, Hamburg und Stuttgart über Frauen hergemacht haben. Diese massiven Gewalteskalationen wurden zunächst der Öffentlichkeit verschwiegen, dann in den Medien ab dem 04.01.2016 heftig diskutiert und kommentiert. Offensichtlich gab es einen Sperrvermerk. Die Gewaltexzesse sollten vertuscht werden.

Die Headline macht sprachlos. Nicht nur Männer, sondern auch Frauen. Oder vielleicht gerade Frauen. Diese kollektive Vorverurteilung ist UNFASSBAR, stellt sie doch alle Männer per se unter Kollektiv-Verdacht.

Potenzielle Vergewaltiger – auch DU bist einer!

Bist DU ein männlicher Leser? Dann bist auch DU ein potenzieller Vergewaltiger – wenn es nach Hamburger Grünen-Vize Michael Gwosdz geht. Für den sind nämlich alle Männer potenzielle Vergewaltiger. Ausnahmslos. Immerhin schließt er selbst sich ein.

“Als Mann weiß ich, jeder noch so gut erzogene und tolerante Mann ist ein potenzieller Vergewaltiger.”

Diese Worte in der Form unkommentiert zu lassen, käme der absoluten Verhöhnung jeden Mannes gleich. Nur, weil ein Mann ein männliches Geschlechtsteil hat, macht ihn das – meiner Meinung nach – noch lange nicht zum Vergewaltiger. Weder potenziell noch faktisch. Weiß man als halbwegs gebildeter Mensch, dass Gewalt nicht durch das angewachsene männliche Geschlechtsteil, sondern insbesondere durch Gewaltphantasien im Kopf ausgelöst wird.

Bist du Mann, bist du Vollidiot!

Getoppt wird das ganze von Hamburger Grünen-Vize Michael Gwosdz himself dann auch noch damit:

“Es geht mir darum, dass jeder Mann sich der Gefahr bewusst sein muss, Zeichen von Frauen falsch zu deuten und deswegen Grenzen zu verletzen.”

Der Grünen-Politiker erklärt seine Artgenossen nicht nur im Kollektiv zu potenziellen Vergewaltigern, sondern auch noch zu Vollidioten.

Natürlich ist mir vollkommen bewusst, dass es Vergewaltigungen gibt und ebenso Männer, die gegenüber Frauen Grenzen überschreiten und der Meinung sind, dass “Nein” definitv “Ja” oder zumindest “Vielleicht” heißt. Doch grundsätzlich bin ich überzeugt, dass der absolute Großteil aller Männer sich zu benehmen und von Frauen gesetzte Grenzen zu erkennen und respektieren vermag. Spätestens, wenn er High Five auf dem Backen oder ihr Knie zwischen seinen Beinen spürt, wird jeder normale Mann verstanden haben:

“Die Frau hat keinen Bock auf mich!”

“Muss” es soweit kommen, wurden definitiv Grenzen überschritten, doch eine aufdringliche Anmache ist noch keine Vergewaltigung und muss nicht zwingend in eine solche führen.

Nahtloser Übergang von Anmache zur sexuellen Nötigung

Ich bin Frau. Ich darf dazu eine Meinung haben. Ich darf als Frau für ALLE Männer Partei ergreifen, die eben jene Grenzen nicht überschreiten und derartige Verbrechen verabscheuen und nicht ausüben. Ich darf mit meinen Worten umgehen, wie ich es für angemessen halte. Als Frau hoffe und wünsche ich, dass auch und insbesondere die Frauen, die jemals Opfer sexueller Nötigung, Gewalt und Vergewaltigung wurden, meine Worte richtig auffassen können. Jedweder Form von Täterschutz liegt mir fern!

Anmachen oder sexuell nötigen?

Garantiert jede Frau hat es schon mehr wie einmal erlebt, von einem Mann angemacht zu werden. Ebenso hat gewiss jede Frau bereits eine aufdringliche Anmache erlebt und fand diese Situation zumindest (!) unschön, wenn die Anmache die Grenze zur Aufdringlichkeit erreichte oder überschritt. Als Frau kenne ich das und ich habe meine Art, damit umzugehen. Das war mitunter für den ein oder anderen Mann eine schmerzhafte und kurierende Erfahrung, sich mit der falschen Braut angelegt zu haben. Doch in den allermeisten Situation reichte entweder ein freundlich-bestimmtes “NEIN” oder eine energische Ansage, um den aufdringlichen Typen abzuweisen.

Gut. Vielleicht hatte ich bisher einfach nur Glück gehabt. Rechtzeitig dem falschen Typen die Bremse gezogen zu haben. Nie dem falschen Kerl begegnet zu sein. Oder weil ich nie mit einem Vergewaltiger alleine war und er deshalb einfach keine Gelegenheit hatte, seine kranken Gedanken an mir auszulassen.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass eben nicht jeder Mann ein potenzieller Vergewaltiger ist, sondern Hamburger Grünen-Vize Michael Gwosdz weiße Mäuse sieht oder gar selbst gedanklich auf Abwegen sich befindet und unter Umständen (!) von seinen Phantasien auf die anderer schließt. Wer kann DEM schon hinter die Stirn schauen!? DER muss es ja schließlich wissen. Wenn er als Politiker so über sich und seine Artgenossen redet.

Wo sind die Grenzen der Grenzüberschreitung?

Wann hört akzeptable Anmache auf und wo fängt sexuelle Nötigung an? Kann man da eigentlich eine allgemeingültige Grenze ziehen? Oder hat jede Frau ihre eigenen Grenzwerte? Ich denke, nur Frauen können festlegen, wo Grenzen erreicht und überschritten werden.

Meine Grenze: Darf mich ein Mann anfassen? Ohne Einladung? Ohne ausdrückliche Aufforderung? Na klar. Wieso nicht? Sind Männer und Frauen Feinde? Nein! Es geht um Respekt. Wie viel Respekt bringst DU mir als Mann entgegen, wenn DU mich anfasst? In welcher Absicht fasst DU mich an? Um mir zur Begrüßung die Hand zu schütteln? Um mir für meine gute Arbeit anerkennend auf die Schulter zu klopfen? Beim gemeinsamen Lachen meinen Arm zu berühren? Weil du mir als Gentleman die Tür öffnest und mich mit deiner Hand an meinem Rücken über die Türschwelle “schiebst”? Dann ist doch alles in Ordnung.

Fasst du mich an, um dich aufzugeilen? Greifst du mir zwischen die Beine? An den Busen? An den Arsch? Dann haben WIR unter Umständen ein Problem und vielleicht bekommst du die Faust!

Es sei denn: Ich habe mit dir geflirtet. Dir liebliche Worte gesäuselt. Habe zu dir den Körperkontakt gesucht. Habe meinen persönlichen Sicherheitsabstand für DICH verkleinert. Ich habe dich angelächelt. Und bevor du in meine Intimsphäre vordringst, habe ich deine respektvollen Berührungen erwidert. Dich vielleicht gestreichelt. Dich geküsst. Mich in deinen Arm gelegt.

Du als Mann kannst dir vollkommen sicher sein: Wenn ICH als Frau Interesse daran habe, dass DU mir näher kommst, dann sende ich für DICH Signale aus, die DU erkennst. Und wenn du ehrbare Absichten hast, kannst DU meine Grenzen nicht verletzen, sondern WIR zusammen bestimmen, wie wir Grenzen gemeinsam erweitern. Wenn du als Mann mich attraktiv findest, bist DU kein potenzieller Vergewaltiger, wenn DU mir näher, noch viel näher kommen und mit mir erotische Dinge erleben willst.

Doch dann packst du weder MIR noch einer anderen Frau plump an Busen, Arsch oder zwischen die Schenkel. Denn DAS ist weder charmant, noch spricht das für dich. Und ja: Wenn DU das so plump machst, dann kann ich mich zu Recht von dir sexuell genötigt fühlen. Denn “fummeln” wir einvernehmlich, treffen wir uns in der Mitte. Zusammen.

DANN bist du ein Vergewaltiger

Selbst, wenn du zuviel getrunken hast und für dich die Grenzen schwammig sein sollten, die ich dir als Frau aufzeige – dann macht auch dies dich noch nicht zum Vergewaltiger, solange du gegen mich keine Gewalt anwendest. Muss ich dir eine klatschen, damit du deine Griffel von mir wegnimmst, weil ich das nicht will, dann sind wir quitt. Zum Vergewaltiger wirst du erst, wenn du dieses unmissverständliche NEIN nicht akzeptierst.

Michael Gwosdz – Sie haben Blödsinn getwittert!

Hamburger Grünen-Vize Michael Gwosdz, sehen Sie, SO einfach ist das, als Mann eben nicht potenzieller Vergewaltiger zu sein. Frauen senden Signale aus – und Frauen sagen STOP, NEIN oder was auch immer, wenn sie nicht “erobert”, genötigt oder vergewaltigt werden wollen. Verstehen SIE diese Signale?

Vielleicht verstehen SIE diese Signale nicht und schließen darauf, dass es Männern per se so geht. Doch ich als Frau kann Ihnen versichern: Was Sie getwittert haben, ist vollkommener Blödsinn – und eigentlich möchte ich es sogar als Schwachsinn abtun.

Als Frau darf ich das. Weil ich tagtäglich Männern begegne, die weder mir, noch anderen Frauen anzüglich zu nahe gekommen sind oder eine von uns gar vergewaltigt hätten. Weil sie nämlich Frauen mit Respekt behandeln und dies für sie eine solche Selbstverständlichkeit ist, dass man darüber gar nicht erst reden muss. Männern diese infamen, bösartigen und primitiven Unterstellung pauschal an den Kopf zu werfen, nur weil sie das “Werkzeug” dafür haben, eine Vergewaltigung faktisch auszuführen, macht das noch lange nicht jeden Mann zum potenziellen Vergewaltiger.

Oder sind Sie auch der Meinung, dass jedes Brötchenmesser eine Mordwaffe ist, oder ein Streichholz nur zu Brandstiftungen angezündet wird? Oder, dass jeder Autofahrer mit seinem Fahrzeug in eine Menschenmasse rast? Ihr Gerede kann, will und werde ich einzig als Blödsinn bewerten.

Ein paar Worte an euch – die “potenziellen Vergewaltiger”

Ich mag euch. Meist seid ihr unkomplizierter wie viele Frauen. “Bitchfight” und Stutenbissigkeit sind euch fremd. Ich mag es, mit euch mal zu “schäckern” – just for fun & unverbindlich. Ihr habt gerade in den letzten Monaten gezeigt, wie toll ihr seid, wenn mir der Kopf woanders stand und ich euch sagen musste:

“Sorry, hab´s verkackt!”

Ich finde es toll, die lockere Art, mit der ihr viele Dinge belächeln könnt, wo uns Frauen der “Gaul durchgeht”. Dabei belächele ich euch ab und zu, wenn ihr mir die Frauen erklären wollt. Und wenn ihr dann zwischen den Zeilen zugebt, dass ihr uns eigentlich überhaupt nicht versteht.

Mit euch auch mal einen derben Scherz zu machen, oder gemeinsam mit euch einen Schenkelklopfer zu produzieren. Das ist klasse. Ihr zeigt oft mehr Bereitschaft, einen schlecht Tag und “Zickenallüren” zu akzeptieren, als so manche Frauen. Ihr nehmt mir meine freche Klappe nicht krumm und ihr nehmt es sportlich, wenn ich etwas besser weiß. Ihr lacht nicht, wenn ich blöde Technikfragen stelle. Und wenn ich mich mit euch zanke, werden wir uns trotzdem einig. Für mich sind die meisten von euch einfach tolle Menschen. Ohne Hintergedanken. Ohne Anmache. Und selbst wenn – bisher habt ihr MEINE Grenzen und ich EURE Grenzen akzeptiert. Deshalb mag ich euch.

Oft seid IHR auch diejenigen, die Frauen helfen, wenn sie in Bedrängnis geraten. Ihr haltet übergriffige Typen von bedrängten Frauen fern, weil IHR eben keine potenziellen Vergewaltiger seid. Ihr steht für das “schwache Geschlecht” allzu oft ein, wenn ihr mitbekommt, dass dies notwendig ist.

Einmal mehr wurdet IHR Männer unter Kollektivverdacht gestellt, nicht nur potenzielle Vergewaltiger, sondern auch noch Vollidioten zu sein. Von Hamburger Grünen-Vize Michael Gwosdz. Ein durch diese Worte beschämendes Exemplar Mann.

Ich verurteile diese verbale Anstiftung zur Entzweiung zwischen Männern und Frauen sowie die Degradierung der gesamten Männerwelt zur Horde sexuell abartig Veranlagter; ebenso die Unterstellung, dass Männer schlicht “dumm” seien, weil Hamburger Grünen-Vize Michael Gwosdz EUCH nicht für fähig zu halten scheint, die Unterschiede einer interessierten und einer nicht-interessierten Frau zu erkennen und die jeweiligen Grenzen einzuhalten, die EUCH diese eine Frau aufzeigt.

Von solch einem Politiker fühle ich mich nicht würdig vertreten.

Quelle für die Zitate: http://www.abendblatt.de/hamburg/article206901503/Gruenen-Vize-Alle-Maenner-sind-potenzielle-Vergewaltiger.html#

RWE: Tag der Deutschen Einheit (sponsored)

Deutschland feiert am 3. Oktober den Tag der Deutschen Einheit. Deutschland – das Land, dem ich den Rücken gekehrt habe. Zuvor wohnte ich in der Stadt Essen im Ruhrpott. Eine Stadt, mit der ich mich nicht versöhnen will und in der ich 10 Jahre lebte, um mich dort nie zuhause zu fühlen. Die Auswanderung war die richtige Entscheidung und die Erfüllung eines Traums. Natürlich war RWE mein Stromanbieter, der unseren Haushalt 10 Jahre lang mit Energie versorgte. Jenes Unternehmen präsentiert zum Tag der Deutschen Einheit eine 91-sekündige Bilderreise und erinnert an die Dinge, die das Land ausmachen.

Deutschland – ein Land zum Freuen?

Dürfen wir als Deutsche eigentlich stolz auf unser Land sein? Oder hängt uns immer noch die Vergangenheit nach? Ein heißes Eisen, was RWE da anpackt.

Deutschland – ein tolles Land und wiedervereinigt

Hey Deutschland! Freu dich mal, wir haben allen Grund dazu – so das Motto RWE Bilderreise. Einige Szenen finde ich sehr bewegend, denn es ist eine Reise durch die deutsche Zeitgeschichte. Der Mauerfall und die Wiedervereinigung eines zweigeteilten Landes. Mit dem Tag der deutschen Einheit wird daran gedacht, wie das zweigeteilte Volk wieder vereinigt wurde. Kein einfaches Thema, denn viele Jahre hallte der Ossi-Wessi-Konflikt nach. Doch wie es mir scheint, gelang uns Deutschen doch, im Laufe der Jahre wieder zusammenzuwachsen.

Die guten deutschen Werte

Das Video regt dazu an, das “Kinn zu recken”. Schließlich gibt es vieles, worauf wir Deutschen stolz sein können. Auf Twitter sind die User um Mitmachen eingeladen. Dort wird unter dem Hashtag #WORAUFWIRSTOLZSIND bereits fleißig gewittert. Oft genannt: Die Wiedervereinigung. Der Tag der deutschen Einheit ist ein wahrlich ein Grund zur Freude, denn ohne Krieg wurden die Menschen in der DDR befreit. Doch so gut lief es in der deutschen Geschichte nicht immer. Die braune Vergangenheit haftet an uns und ist oftmals der Maßstab, an dem wir gemessen werden.

Historisch sind wir Deutschen allerdings ein Volk, das viele Erfolge vorzuweisen hat. Die Dichter & Denker, große Erfindungen, hervorragende Literatur und so manche Weltmeisterschaft brachte bedeutsame Titel hervor. Denken wir an Boris Babbele Becker, Steffi Graf, Michael Schuhmacher und an Kicker wie Kaiser Franz Beckenbauer, Karl-Heinz Rummenigge, Rudi Völler oder den beziehungsfreudigen Loddar Lothar Matthäus.

Deutsche Klischees und wie das Ausland uns sieht

Wir Deutschen gelten als fleißig, zuverlässig, pünktlich und Produkte “Made in Germany”; viele deutsche Regionen sind beliebte Reiseziele und Traditionen wie Schuhplattler oder das Oktoberfest ziehen Touristen aus aller Welt an. Wir sind dafür bekannt, auf Malle schon morgens um 5 Uhr aufzustehen, mit dem Handtuch zur Strandliege zu tippeln und diese durch das Handtuch für später zu reservieren. Stammtischparolen und “ich hab´s schon immer gewusst” gehören zu unserem Image, genauso wie die Gartenzwerge. Ja, wir haben schon so manches hervorgebracht – aber nicht immer nur zum Besten. Hier im Elsass sind wir Deutschen nicht wirklich beliebt – eine Folge der Historie.

Haben wir wirklich Grund zum Stolz?

Stolz sein auf das deutsche Land. Schwierig. Gerade in der jetzigen Zeit, wo sich das Volk wieder zweiteilt. Die einen befürworten die Flüchtlingshilfe, die anderen kritisieren die Umsetzung scharf. Wer sich kritisch äußert, wird als Braun abgestempelt, wer sich für die uneingeschränkte Hilfe von Flüchtlingen einsetzt, wird als Gutmensch bezeichnet. Werden die Deutschen es schaffen, einen Konsens zu finden?

Mit dem Stolz auf Deutschland habe ich meine Probleme. Ja, ich bin froh, in diesem Land aufgewachsen zu sein. Aber es gibt auch Erfahrungen, mit denen ich gerade deshalb niemals gerechnet hätte. Demokratie, Verfassung, Grundrechte – ich erlebte, wie sie mit Füßen getreten wurden und habe feststellen müssen, dass es unzähligen Menschen in Deutschland ebenfalls so ergeht. Aber dies ist nicht nur in Deutschland so, sondern auch in vielen anderen, als kultiviert geltenden Ländern.

Mit Deutschland kann ich derzeit keinen Frieden schließen, es gibt gute Gründe, warum ich meinem Heimatland den Rücken kehrte. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die ich vermisse. Zum Beispiel die Orte, an denen ich mich mit meiner Familie wohfühlte, Lebensmittel, die es hier nicht gibt und die unkomplizierten Anrufe in der Muttersprache, wenn man mit dem Kommunikationsanbieter oder dem Stromanbieter etwas klären möchte.

Das ist in einem fremden Land natürlich nicht immer einfach. Ich blicke mit einem weinenden, aber auch einem lachenden Auge auf Deutschland zurück – doch eine Rückkehr ist derzeit für mich und meine Familie undenkbar. Dennoch finde ich die Bilderreise von Stromanbieter RWE ziemlich gelungen, weil sie an die schönen Seiten meines Heimatlandes erinnert, auf die ich doch mit einem Lächeln reagiere. Auch der Tag der Deutschen Einheit ist für mich ein Tag, an den ich jährlich gerne zurückdenke.

Über RWE

Der Stromanbieter RWE AG hat seinen Firmensitz in der Ruhrpott-Metropole Essen und ist ein börsennotierter Energieversorger. Gemessen am Umsatz ist der Konzern der zweitgrößte Energielieferant Deutschlands, der inzwischen auch den internationalen Markt erobert. RWE versorgt Haushalte z. B. in Österreich, Belgien, Großbritannien, Türkei und Osteuropa.

Das Video Bilderreise zum Tag der Deutschen Einheit ist eine Hommage das Genie, die Vielfalt und die Verrücktheit der Menschen in Deutschland. Ein Rückblick auf die deutsche Geschichte, die großen Erfolge, große Makel und natürlich die typisch deutschen Marotten.

Der Artikel wurde von RWE gesponsert!

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

Viele predigen, aber nur wenige halten, was sie reden. Es gibt Ausnahmen! Seit langer Zeit kenne ich eine Bloggerin. Seit einiger Zeit bin ich mit ihr befreundet. Eine Chaotin. So scheint es. Auf den ersten Blick. Doch ein Mensch der ersten Klasse. Nicht der Norm entsprechend und doch so zauberhaft. Ein Mensch, der es nicht leicht hat im Leben. Schicksalsschläge – und doch lässt sie sich davon nicht “klein kriegen”. Eine Frau, die Stärke beweist und des Kämpfens nicht müde wird. Für mich eine Heldin. Eine, auf die der Spruch “Es gibt nichts Gutes, außer man tut es” absolut zutrifft. Eine Alltagsheldin. Eine, die mit kleinen Dingen glänzt. Während andere Großes verkünden. Um es nicht zu halten.

Meine Heldin, eine Lebensretterin

Fast tagtäglich begegnen uns bei der Autofahrt tote Tiere. Tiere, die aus Versehen unter die Räder kamen. Kröten, Katzen, Hasen, Igel. Achtlos fahren wir dran vorbei. Doch da ist meine Heldin. Eine Heldin, die nicht achtlos ist. Aufmerksam ist sie.

So lief ihr dieser Tage ein Igelchen über den Weg. Ein Igel, der in Not geraten ist. Krank wirkte er. Krank und hilflos. Meine Heldin nahm sich des Igelchens an, nahm ihn mit nach Hause, um ihn dort notdürftig zu versorgen. Etwas Katzenfutter und ein homöopathisches Mittel gegen Schnupfen. Denn das Igelchen nieste. Es war krank.

Igel stehen unter Naturschutz und dürfen nicht einfach so mitgenommen werden. Dessen gewiss wählte meine Freundin die Nummer des Tierschutzes und bat um Hilfe für den kleinen Igel. Es dauerte einige Stunden, bis der Tierschutz den hilfsbedürftigen Igel bei der Frau abholten, um ihn zum Tierarzt zu bringen.

Der in Not geratene Igel sollte medizinische Hilfe bekommen, die er dringend benötigte, wie sich später herausstellte. Denn das Tierchen hatte eine Lungenentzündung und hätte diese wohl nicht überstanden, wenn nicht eben meine Alltagsheldin sich des kleinen Tierchens in Not angenommen hätte.

Vom Tierschutz bekam sie die Telefonnummer des Tierarztes, zu dem der Igel gebracht werden sollte. Sie rief dort mehrfach an, um sich über das Ergehen des Igelchens zu erkundigen. Das Tier wird derzeit mit Antibiotika behandelt und aufgepäppelt, damit es bald wieder in die Freiheit entlassen werden kann.

Es gibt nichts Gutes – außer man tut es

Diese Frau, meine Alltagsheldin, hat mir wieder einmal gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir Menschen nicht immer nur an uns selbst denken. Es ist wichtig, ungeheuer wichtig, mit offenen Augen durch das Leben zu gehen. Uns gewissenhaft vor Augen zu führen, wo echte (!) Not herrscht und wo wir helfen können. Schnell. Unkompliziert. Verantwortungsbewusst. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

Doch bevor man hilft, sollte man eins: Das Gehirn einschalten. Denn es geht nicht nur um Hilfe. Es geht um richtige Hilfe. Hilfe mit Verstand! So, wie bei dem kleinen Igelchen, das wahrlich in Not geraten war und wirklich Hilfe bedurfte.

Der Missbrauch von “Hilfe”

Vor nicht allzu langer Zeit predigten uns die Politiker, man bräuchte eine “Kultur des Hinschauens“. Ja, Hinschauen ist wichtig. Doch nur, wenn der Fokus auch stimmig ist. Wenn mit Weitblick überdacht wird, was das eigene Handeln für Folgen mit sich bringt.

Konkret bezogen sich die Politiker auf Kinder in angeblichen Notsituationen. Eltern, die ihre Kinder misshandeln. Kinder, deren Kindeswohl nicht gewährleistet sein soll. Weil Eltern nicht den ganzen Tag zu Hause sind. Weil Eltern mal “Fünfe gerade sein lassen” und ihre Kinder nach draußen zum Spielen lassen. Kinder mal schmutzig sind und in zerrissenen Hosen über den Spielplatz toben.

Doch mal ehrlich, Frauen. Sind diese Kinder in Not? Sind das Gründe, um Melder zu werden und das Jugendamt auf diese “verwahrlosten” Kinder aufmerksam zu machen? Oder handelt es sich um eine ganz normale Familie? Kinder, die noch solche sein dürfen? So richtig mit Toben und Spielen. Kinder, die ein anderes Lebenskonzept als Förderung und noch mehr Förderung in ihrem jungen Leben erfahren? Kinder, deren Terminkalender nicht voller ist, als jener eines Top-Managers? Kinder, die sich in ihrer Kindheit austoben und unbeschwert dem Leben entgegenblicken dürfen? Kinder, deren Eltern als Multijobber vielleicht das Familieneinkommen erarbeiten müssen.

Mein Anliegen: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

Zählen Sie zu jenen Menschen, die das Motto “Es gibt nichts Gutes, außer man tut es” wirklich verfolgen? Oder zählen Sie zu jenen, die als Gutmensch Wein predigen und Wasser saufen? Gehören Sie zur Sorte Mensch, die lieber monatlich an den Tierschutzverein spenden, anstatt einen in Not geratenen Igel von der Straße aufzulesen und dem flohbefallenen Tierchen erste Hilfe zu leisten? Ihm ein Handtuch zu opfern, ihn als Ersthelfer aufzupäppeln? Ihm Obdach zu gewähren, anstatt das Gewissen mit einer monatlichen Spende an den Tierschutzverein “rein” zu waschen? Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!

Helfen Sie lieber einem Igelchen, das in Not geraten ist, als sich zum Handlanger von Menschenrechtsverbrechen zu machen, nur, weil es besser klingt, sich zu einer heuchlerischen “Kultur des Hinschauens” zu bekennen. Treten Sie mit geballter Kraft der EU in den Arsch – so, wie ich und meine Alltags-Heldin es auch tun! Wehren Sie sich gegen falsche Normen und kranke Gesetze. Denn irgendwann werden auch Sie ein Mensch sein, der nicht mehr in die EU-Norm passt!

Liebe Manuela, bitte entschuldige, dass ich dein Igel-Bild “geklaut” habe. Doch du bist meine Alltags-Heldin und hast dir in meinem Herzen und auf diesem Blog einen ganz besonderen Platz verdient. Und niemand anderes, als “dein” Igelchen könnte besser für deine tolle Hilfe Pate in diesem Artikel stehen. 😉

Frische Eier – Keins gleicht dem anderen

Gleicht wirklich ein Ei dem anderen? Ich erinnere mich an meine Kindheit. Als wöchentlich der Bauer mit einem Verkaufs-LKW durch den Ort fuhr, um frische Landprodukte zu verkaufen. Meine Mutter schwor auf diese und kaufte immer frische Eier bei eben jenem Bauer.

Eier aus dem Supermarkt: Ekel, statt Genuss

Irgendwann zog ich aus und somit war meine Einkaufsgelegenheit für frische Eier vom Bauern nicht mehr gegeben. Ich war gezwungen, Hühnereier im Supermarkt zu kaufen. Mein Eierkonsum ging beachtlich zurück, denn statt leckerem Ei-Geschmack schmeckten die Supermarkteier nach Fischmehl. Widerlich!

Selbst die Kids konnten diesen Eiern nichts abgewinnen. Erst durch unsere Auswanderung nach Frankreich kamen wir wieder in den Genuss, frische Eier direkt vom Hühnerhof zu bekommen. Doch nicht aus Massentierhaltung, sondern von glücklichen Hühnern aus privater Haltung.

Glückliche Hühner für leckere frische Eier!

Die frischen Hühnereier und Vögeleier, die wir hier bekommen, dürften der EU ziemlich gegen den Strich gehen. Denn die sind eigenwillig und fügen sich in keine EU-Norm ein. Die Landhühner aus unserem kleinen und beschaulichen 260 Seelendorf halten sich nicht an Maßvorgaben, wie groß, oval und schwer so ein Ei zu sein hat oder wie dick die EU-Norm-Eierschale zu sein hat.

Und auch bei der Farbe der Eier geht es nicht nach EU-Norm zu. Die Dorfhühner machen, was sie wollen. Kein Ei gleicht dem anderen und keins der französischen Eier ist mit Supermarkteiern zu vergleichen. Sogar Federn und Hühnerkacke hängt noch dran! Beim Backen ist das mit der unterschiedlichen Größe zwar gewöhnungsbedürftig, aber dafür schmecken unsere Eier so super, dass mir das egal ist.

Natürliche Haltung – beste Qualität

Als Stadtmenschen haben wir in Deutschland nicht viel über Hühnerhaltung erfahren. Wie auch? Mit unserer Auswanderung haben wir uns für ein Leben auf dem Land entschieden und es dauerte nicht lange, bis meine Kinder alle Hühner, Kühe, Ziegen und Schafe des kleinen Orts kannten.

Wann immer hier ein Lämmchen geboren oder kleines Zicklein die Welt erblickt, erfahre ich es von den Kindern. Für sie ist das Leben auf dem Land einfach toll. Gerade gestern ist ein Kälbchen ausgebüxt und lief direkt an meinem Bürofenster vorbei – ein tolles und unvergessliches Erlebnis für mich und meine Kinder.

Mit Kindern auf dem Dorf leben

Die Menschen hier im kleinen Dorf sind klasse. Nicht alle, aber viele. Die Kinder können die Tiere anschauen, die Besitzer mit Fragen löchern und so erfahren die Kids viel, wie man Hühner und Wachteln wirklich gut hält, wie sie gesund und verantwortlich ernährt werden. Einfach alles, was man wissen muss.

Dabei lernen nicht nur die Kinder enorm viel, sondern ich als Mutter ebenfalls. Bislang wußte ich nicht, wie gravierend die Unterschiede frischer Eier sein können. So gibt es eigens Hühnereier, die wenig Cholesterin haben. Sie sehen ganz anders aus und schmecken anders. Wie wenig ein Ei dem anderen gleicht, zeigt auch dieses Bild. Das braune Ei ist das, welches nur wenig Cholesterin hat. Daneben ein ganz normales Hühnerei, unten drunter frische Eier von Seidenhühnern aus Freilandhaltung.

Auf dem Dorf ist die Ernährung gesünder

Was in Deutschland als Delikatesse gilt, ist hier im Ort ganz normal. So zählen Wachteleier ganz normal zur Ernährung dazu und fast jeder hat kleine Wachteln im Garten.

Die kleinen Eier der Wachtel sind nur ein Bruchteil so groß wie herkömmliche Hühnereier, sind wirklich mühsam zu schälen, schmecken dafür um ein Vielfaches besser als das einfache Hühnerei.

Die winzigen Wachteleier sind einfach schön anzusehen und es lohnt sich, ihre Schale mühsam anzuknibbeln. Die Frau, von der wir die leckeren Wachteleier bekamen, kochte ein paar der Eier, um meiner Tochter zu zeigen, wie man sie richtig schält.

Ganz frische Eier haben noch keine Luftblase und daher sitzt die Eihaut noch fest am Ei. Nur, wenn man unten eine Delle ins Ei schlägt, um die viel dünnere Eischale mit der Haut abzuziehen, bleibt das Wachtelei ganz. Aha. Eier, die gut zu schälen gehen, sind also gar keine frischen Eier!

Was frische Eier mit Lifestyle zu tun haben

Lifestyle wird oft auf “Schickimicki” reduziert und die Menschen sind sich nicht bewusst, das Lifestyle die Art zu Leben ist. Ist es Leben, sich mit alten Eiern zu ernähren? Mit Eiern, bei denen EU-Normen dafür sorgen, dass ein Ei dem anderen gleicht? Nein! Natürlich nicht.

Leben heißt, individuell zu sein. Das Leben so zu gestalten, dass man Lebensqualität erfährt, seinen eigenen Stil durchzieht und nicht alles in irgendeine geisteskranke Norm presst. Dazu zählt auch, Nutztiere nicht in enge Käfige zu zwängen, sie nicht mit Fischmehl zu mästen und sie nicht ihrer Freiheit zu berauben. Hier auf dem Land haben die Menschen einen anderen Bezug zu ihren Tieren und auch zu ihren regionalen Produkten.

Für uns bedeutet das Auswandern auf´s Land mehr, als nur die Ausreise aus Deutschland. Wir haben unserem Leben ein Upgrade verpasst. Ein Upgrade in ein Stückchen – noch – heilere Welt. Wo Tiere noch tiergerecht leben dürfen. Wo Menschen sich noch nicht einer kranken EU-Norm unterwerfen und Gurken nach Schablonen biegen oder Eier auf Einheitsmaß züchten. Unser Lifestyle lässt es zu, dass frische Eier nach leckerem Ei schmecken. Ein Lifestyle, bei dem es (noch) kein krankes Streben nach Perfektion gibt.