Zukunftsängste

Egal, wie schwer es gerade sein mag: keine Angst – das Leben geht weiter! In den letzten Monaten habe ich mir viele Gedanken machen müssen. Mit 42 zur Witwe zu werden war nicht mein Lebenskonzept. Es kam der Tag, an dem der schlimmste Alptraum wahr wurde. Ich habe einen Menschen verloren, mit dem mich eine ganz tiefe Liebe verbindet. Bewusst schreibe ich nicht das abschließende Wort “verband”. Denn Liebe geht über den Tod hinaus. Keine abgedroschene Phrase – sondern eine Erkenntnis aus einem Jahr, das nun hinter mir legt. Mit vielen Gedanken und der Frage, ob mich Zukunftsängste plagen müssen und mit dem tiefen Gefühl der Einsamkeit. Bin ich wirklich einsam? Nein. Die Liebe ist immer noch da. Dieses tiefe Gefühl, niemals alleine zu sein.

Auch in der Trauer gibt es das Positive!

Ein Jahr mit vielen Tränen liegt hinter mir. Tränen, die gut tun. Zugelassene Tränen, weil ich mich nicht verstellen will. Ein Weg, zu verarbeiten. Diese Tränen tun gut. Sie zuzulassen, ist der einzig richtige Weg. Sie nehmen mir die Angst, abzuschließen. Warum sollte ich mit der großen Liebe abschließen. Sie wird nicht enden, sie ist ein Teil von mir.

Trotzdem ändert sich das Leben. Nach dem Weggehen eines geliebten Menschen. Werde ich das alles alleine schaffen? Meistere ich die neue Herausforderung? Oder sollten mich Zukunftsängste plagen? Wieder für alles alleine zuständig sein zu müssen? Alleine den Weg durch´s Leben zu meistern? Warum sollte es schief gehen? Ich bin gefallen und wieder aufgestanden. Unabhängig. Selbst die Familie versorgen ist kein Problem. Das gibt Mut. Mut, auch in der schlimmsten Situation den Kopf nicht (zu lange) hängen zu lassen.

Haben Sie Mut!

Ich erinnere mich an eine Frage, die ich mir einmal stellte, als ich nachts in den Armen meines Mannes lag. Der Gedanke schlich sich ein. Wer von uns MUSS länger leben. Er! Nein. Ich! Es war eine Lebenserkenntnis. Damals keine Vorahnung. Oder doch? Ich suchte nach einer Erklärung. Eine Erklärung dafür, warum ich zu diesem Entschluss kam. Es geht um Kraft. Wer hat die meiste Kraft, danach einfach weiterzumachen? Beulen und blaue Flecken hinzunehmen? Und trotzdem die Hände in die Hand zu nehmen? Sich nicht zu tief fallen zu lassen? Aufzustehen? Das Schicksal zu ertragen?

Sie sind stärker, als Sie glauben!

Haben Sie diesen Mut? Diese Stärke? Kein Leben ist perfekt. Kein Leben kommt ohne blaue Flecken und Beulen aus. Mal sind es Schicksalsschläge, mal sind es die ganz normalen Probleme des Alltags. Geldsorgen. Berufliche Nöte. Zukunftsängste. Doch was ist das alles im Vergleich dazu, einen geliebten Menschen zu verlieren?

Trotz aller Zukunftsängste: Machen Sie weiter!

Eigentlich ist es vollkommen egal, welche Zukunftsängste Sie plagen. Ganz gleich, was das Leben für Sie bereit hält. Machen Sie weiter. Lassen Sie sich nicht unterkriegen. Das Leben kann ein Arschloch sein. Warum sollte es ausgerechnet Sie schonen? Oder mich? Oder irgendwen?

Die Welt ist aus den Fugen

Auch mich plagen Zukunftsängste. Die üblichen Fragen. Wie schaffst du das? Reicht das Geld? Bleiben alle gesund? Wird das Schicksal wieder Arschloch sein? Wann? Was kommt auf mich zu? Wie geht es privat weiter? Wie beruflich? Werden die Kinder ihr Glück finden? Ganz normale Dinge, die uns alle beschäftigen.

Gut, dass wir nicht wissen, was das Leben für uns bereit hält. Vermutlich würden wir schreiend nach dem Ausgang suchen. Doch es MUSS so sein. Kein Leben ist perfekt. Kein Leben bleibt verschont. Die Welt scheint auf keinem guten Weg. Putin. Obama. Das Säbelrasseln – spürbar. Greifbar. Das Flüchtlingselend. All die Ungerechtigkeiten und die Uneinigkeiten. Es liegt nichts Gutes in der Luft. Doch was ändert das? Angst vor Arbeitslosigkeit? Angst vor Versagen? Angst, jemanden zu verlieren? Es kommt, wie es kommen soll. Das Schicksal ist nicht änderbar. Nicht vermeidbar. Das einzige, was uns bleibt ist Hoffnung. Und Weitermachen.

Zukunftsängste sind Ballast – werfen Sie ihn ab oder tragen Sie ihn!

Manchmal scheinen Zukunftsängste das einzig Richtige zu sein. Menschen wollen Sicherheiten. Garantien. Doch die gibt es nicht. Sie können eine Lebensversicherung abschließen, doch das hindert Sie nicht daran, einen Unfall zu haben. Sie können eine Hausratversicherung abschließen, doch das schützt Sie nicht davor, dass Ihr Haus abbrennt.

Sie sehen schon: Es spielt keine Rolle, ob Sie sich von Zukunftsängsten plagen lassen oder ob Sie drauf pfeifen. Das Leben kommt, wie es kommt.

Was Zukunftsängste auf jeden Fall bewirken: Sie sind Ballast. Ballast, der Sie ausbremst. Haben Sie Träume? Hatten Sie Träume? Was ist daraus geworden? So verrückt manche Träume auch sein mögen. Sie sind es wert, gelebt zu werden.

Vielleicht nicht so, wie man sich das vorstellte. Vielleicht mit einem angepassten, realistischeren Design. Im Rahmen des Möglichen. Und wenn es nicht klappt? Dann gewinnt man auch. Die Erkenntnis, das Unmögliche versucht zu haben. Das ist keine Niederlage. Das ist ein Triumph. Und wenn es schief geht? Egal. Man hat es versucht. Der Weg ist das Ziel. Nicht das Ziel selbst.

Wir lernen Laufen durch die Schritte, die wir gehen. Wir wachsen mit jedem Schritt. Nicht erst beim Erreichen des Ziels.

Damit der Weg weit gelaufen werden kann, muss der Ballast weg. All die Zukunftsängste und all die Sorgen, die mit jedem Schritt schwerer werden. Ballast, das ist das, was unsere Wege schwer macht. Unsere Schritte schwer und mühsam werden lässt. Anstrengend. Mehr Bereitschaft, die Hürden anzunehmen und anzupacken ist das, was es leichter werden lässt.

Nicht hadern, sondern bei Seite räumen. Das tut gut. Auseinandersetzen. Realistische Ziele abstecken. Für belohnende Erfolge. Utopische Ziele stecken. Für die Hoffnung. Das scheint mir das Rezept für innere Zufriedenheit. Und die kleine Wunder, die man erlebt. Diese Wunder, die Mut und Kraft geben. Weiterzumachen. Alles andere ist feige. Wann immer Ihnen die Puste ausgeht – denken Sie an meine Worte!

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